Amoklauf in Littleton Spielehersteller Eidos nicht mitschuldig
Die Witwe eines Lehrers, der vor gut zwei Jahren bei dem Amok-Lauf von Littleton ums Leben kam, hatte eine Schadenersatzklage über fünf Milliarden Dollar gegen 25 Internet- und Spieleunternehmen eingereicht. Der Vorwurf: Die Attentäter wären durch gewalttätige Computerspiele zu ihrer Bluttat angeregt worden. Eidos ist nun vorzeitig aus dem Verfahren ausgeschieden. Zwischen dem Massaker und einem bei den Attentätern gefundenen Eidos-Spiel bestehe kein direkter Zusammenhang, entschied Richter Lewis Babcock.
"Wir sind als eines der letzten Unternehmen in den Prozess mit hereingerutscht", erklärte Lars Winkler, Produkt- und Marketing-Manager von Eidos Deutschland gegenüber SPIEGEL ONLINE. Unter anderem war bei den Attentätern das Eidos-Spiel "Final Fantasy VII" gefunden worden. "Das ist ein Rollenspiel, in der Manga-Charaktere in einer Fantasy-Welt agieren", sagte Lars Winkler. "Da lässt sich kein roter Faden zu dem Amoklauf finden."
Zu den noch beschuldigten Firmen zählen Nintendo, AOL Time Warner und Activision. Im April 1999 hatte die schwer bewaffneten Jugendlichen Dylan Klebold, 17, und Eric Harris, 18, die Columbia High-School von Littleton, Colorado, gestürmt und dort ein Blutbad angerichtet. Zwölf Schüler und ein Lehrer starben bei dem Amoklauf. Die Täter erschossen sich nach ihrer Gewalttat.