Hollywood Die großen Studios gehen ins Netz
Die großen Musikkonzerne haben es vorgemacht. Im Kampf gegen Raubkopien und um neue Märkte drängt jetzt auch Hollywood mit Macht ins Internet. Die Liste der beteiligten Unternehmen liest sich wie das Who-is-Who der Filmbranche: MGM, Paramount Pictures, Sony Pictures, Warner Brothers und Universal Pictures, so die "New York Times", wollen ihre Filme über eine gemeinsame Plattform im Internet zum Download anbieten.
In den nächsten Monaten wollen sich die Unternehmen auf einen Namen für das Joint-Venture einigen und an einer sicheren Übertragungstechnik feilen. Ende des Jahres soll das Angebot mit anfangs rund einhundert Filmen online gehen. Später, so die Pläne der Konzerne, sollen die Kunden dann alle je gedrehten Produktionen abrufen können.
Die Datenpakete sind je etwa 500 Megabyte groß. Deshalb soll der Video-On-Demand-Service nur für Nutzer mit einer Breitband-Internetverbindung zugänglich sein. In den USA haben zur Zeit etwa zehn Millionen Haushalte so einen schnellen Online-Zugang. Die Studios rechnen mit Downloadzeiten zwischen 20 und 40 Minuten.
Nach 24 Stunden gelöscht
Wie Yair Landau, Präsident von Sony Pictures, der "New York Times" sagte, sollen die heruntergeladenen Filme bis zu 30 Tage auf der Festplatte gespeichert werden können. Allerdings löschen sich die Daten 24 Stunden nach dem ersten Ansehen automatisch. Innerhalb dieser Frist könne der Film, wie eine Videokassette oder DVD, beliebig oft betrachtet werden. Der Download eines Films soll etwa so viel kosten wie die derzeitigen Pay-Per-View Angebote.
Grund für die späte Entscheidung ins Netz zu gehen, waren vor allem Sorgen um die Sicherheit der Kopierschutz-Techniken. Unabhängig vom Joint-Venture der fünf großen Studios hat der Unterhaltungs-Konzern Disney angekündigt, innerhalb der nächsten Tage einen eigenen Video-On-Demand-Service vorzustellen. Auch das Filmstudio Fox teilte in einem Statement mit, dass man den Schritt ins Internet plant.