Icann: Der Streit um neue Domains geht weiter - DER SPIEGEL
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Icann Der Streit um neue Domains geht weiter

Die umstrittene Internet-Adressverwaltungsorganisation Icann trifft sich in Stockholm zur vierteljährlichen Arbeitssitzung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wann endlich der Adressraum um Domain-Endungen erweitert wird, die zu einer echten Entlastung des immer "enger" werdenden Webs führen.
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London/Washington - Die Debatte um Adressen im weltweiten Datennetz wird erneut im Mittelpunkt stehen, wenn das internationale Internet-Kontrollorgan Icann heute zu seiner vierteljährlichen Konferenz in Stockholm zusammenkommt. Nach der Genehmigung sieben neuer Internet-Adress-Endungen im vergangenen November drängen Beobachtern zufolge zahlreiche Firmen Icann, weitere solche Top-Level-Domains (TLD) zuzulassen.

"Die wirklich ernste Frage wird sein, wie schnell es neue TLDs geben wird", sagte David Maher von der US-Organisation Internet Society, die sich mit der Infrastruktur des World Wide Web beschäftigt.

Icann hatte im November die neuen TLDs ".name", ".biz", ".info", ".museum", ".pro", ".coop" und ".aero" genehmigt, die die am häufigsten genutzte TLD ".com" entlasten sollen. Allerdings hatte Icann 40 weitere Namen abgelehnt und damit Kritik unter Firmen ausgelöst, die diese TLDs kommerziell vermarkten wollten. Für jede TLD muss Icann Verträge mit so genannten Registraren abschließen, die die Internet-Adressen innerhalb der Domain verwalten und damit Geld verdienen. Zu den Top-Level-Domains gehören auch die Länderkennungen wie ".de", die in den jeweiligen Ländern verwaltet werden.

Im Mittelpunkt des Interesses steht Beobachtern zufolge derzeit die TLD ".name", die als einzige von einem Registrar außerhalb der USA verwaltet werden soll. Es wird erwartet, dass die in London ansässige Start-up-Firma Global Name Registry mit der Vergabe von Internet-Adressen an Einzelpersonen Millionen Dollar verdienen wird. Global Name Registry will die Namen von Internetnutzern nicht nur zu deren E-Mail- und Website-Adressen machen, sondern auch zur Identifizierung beim Bezahlen im Internet nutzen.

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) wurde 1998 von der US-Regierung eingesetzt. Dem Gremium wird von Kritikern vorgeworfen, die Interessen von Unternehmen außerhalb der USA und von nichtkommerziellen Gruppen nicht ausreichend zu vertreten.