Hinrichtung McVeigh starb schweigend und mit offenen Augen
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Terre Haute - McVeigh wurde sechs Jahre nach dem schwersten Bombenanschlag in der US-Geschichte mit einer Giftspritze hingerichtet. Der Tod des 33-Jährigen wurde am Montag um 14.14 Uhr MESZ festgestellt, wie ein Gefängnissprecher in Terre Haute im US-Staat Indiana mitteilte. Eine letzte mündliche Erklärung gab McVeigh nicht ab. Er war der erste Bundeshäftling seit 38 Jahren, der hingerichtet wurde.
Vor seinem Tod sprach McVeigh keine letzten Worte. In einer schriftlichen Erklärung zitierte er aber aus dem Gedicht "Invictus" des im 19. Jahrhundert lebenden Schriftstellers William Ernest Henley: "Ich bin der Herr meines Schicksals. Ich bin der Hauptmann meiner Seele." Der Hinrichtung wohnten zehn Vertreter der Opfer des Oklahoma-Anschlags bei, zehn Journalisten sowie vier von McVeigh ausgewählte Personen.
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Der Inhalt der Giftspritze wurde McVeigh in das rechte Bein injiziert. Nach der Injektion blickte der blass wirkende Mann zunächst die von ihm ausgewählten Personen an, dann die zehn Medienvertreter; schließlich schaute er zu der getönten Scheibe, hinter der die Opfervertreter saßen. Er starb schweigend, mit geöffneten Augen.
In Oklahoma-City verfolgten rund 300 Überlebende und Angehörige von Opfern die Übertragung auf einer Leinwand. Mitglieder von McVeighs Familie reisten auf dessen Bitte hin nicht zur Vollstreckung.
In den Stunden vor seinem Tod verhielt sich McVeigh gelassen. Sein Anwalt Nathan Chambers sagte, der Häftling habe im Gespräch gefasst gewirkt und seinen Sinn für Humor behalten. McVeigh war am Sonntag aus seinem winzigen Haftraum in eine Isolierzelle verlegt worden. Dort schrieb er nach Angaben des Personals Briefe, sah fern, sprach mit seinen Anwälten und schlief.
Die Verteidiger sagten, McVeigh habe das Leid bedauert, dass er den Opfern des Bombenanschlags von 1995 und deren Angehörigen zugefügt habe. Er stehe aber zu dem Anschlag in Oklahoma-City auf das Gebäude der Bundesbehörden, bei dem 168 Menschen starben.
Der Ablauf der Hinrichtung per Giftinjektion sollte laut Behörden minuziös einem 50-seitigen Protokoll entsprechen. Die Vollstreckung wurde laut Gefängnisverwaltung zuvor mehrmals geprobt. Die Rolle McVeighs übernahm dabei ein Aufseher.
Demonstrationen vor Gefängnis
Vor dem Gefängnis demonstrierten Gegner und Befürworter der Todesstrafe. Die Zahl der Gegner fiel mit 120 geringer aus als erwartet. Ein Sprecher von Amnesty International begründete dies damit, dass die Menschen aufgerufen waren, in ihren Heimatstädten zu protestieren. Etwa 20 Menschen demonstrierten für die Hinrichtung.
Der Golfkriegsveteran McVeigh hatte am 19. April 1995 mehr als drei Tonnen Sprengstoff in einen Mietwagen geladen und diesen vor dem Bundesgebäude abgestellt. Er bezeichnete den Anschlag als Rache für das Vorgehen der Bundesregierung gegen die Davidianer-Sekte im texanischen Waco. Bei der Erstürmung des Sektenanwesens waren am 19. April 1993 mehr als 80 Menschen getötet worden.
Die Hinrichtung McVeighs war ursprünglich für Mitte Mai vorgesehen, wurde aber verschoben, als bekannt wurde, dass die Bundespolizei FBI der Verteidigung über 4500 Seiten Ermittlungsakten vorenthalten hatte. Die Strafverfolgung des Falls fiel in die Kompetenz der Bundesbehörden, da sich der Anschlag gegen ein Gebäude des Bundes und nicht des Staates Oklahoma richtete.