Bafög-Rückstand Studierende erhalten weniger als Scheidungskinder
Studierende (in München, Symbolbild)
Foto: Peter Kneffel/ dpaStudierende, die Bafög beziehen, werden finanziell immer weiter abgehängt. Das kritisiert Matthias Anbuhl, Chef des Deutschen Studierendenwerks (DSW). »Trotz der jüngsten Erhöhung hinkt das Bafög chronisch hinterher: hinter den Orientierungswerten für den Kindesunterhalt, hinter anderen staatlichen Leistungen und hinter der Entwicklung von Mieten, Preisen und Einkommen«, sagte Anbuhl dem SPIEGEL.
Am deutlichsten werde der Unterschied im Vergleich mit den Richtwerten für Unterhaltsleistungen für Kinder: Für die Warmmiete für Studierende, die außerhalb des Elternhauses leben, werden hier 440 Euro veranschlagt, beim Bafög liegt die Wohnkostenpauschale dagegen nur bei 380 Euro. Der Richtwert für den weiteren Unterhaltsbedarf für studierende Kinder liegt bei 550 Euro – der Bafög-Grundbedarf liege dagegen nur bei 475 Euro, rechnet der DSW-Vorstandsvorsitzende vor.
Während bei anderen staatlichen Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld oder den Renten regelmäßige Anpassungen Standard seien, »vergehen beim Bafög oft viele Jahre mit Nullrunden«, so Matthias Anbuhl – trotz Inflation. Der DSW-Chef fordert die nächste Bundesregierung zum Handeln auf, »damit sich BAföG-geförderte Studierende nicht noch mehr wie Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse fühlen müssen«.