Sie kommen aus allen Ecken des Sauerlandes, mitgebracht haben sie viel Frust und schweres Gerät. Wie hier auf dem Flugplatz Meschede-Schüren in Nordrhein-Westfalen demonstrieren kurz nach Jahresbeginn deutschlandweit in einer Aktionswoche bei eisigen Temperaturen Tausende Landwirte gegen geplante Subventionskürzungen für den Agrarsektor.
Insbesondere die von der Ampelkoalition vorgesehene Abschaffung von Steuerentlastungen für landwirtschaftlich genutzten Diesel erzürnt die Bauern. Mit ihren Traktorkonvois legen sie im Rahmen einer Aktionswoche die Zentren mehrerer Großstädte lahm oder blockieren Zufahrten zu Supermärkten und Medienhäusern. Bereits kurz vor der Protestwoche hatten aufgebrachte Landwirte in Nordfriesland Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach einer Privatreise am Verlassen einer Fähre gehindert. Derart persönliche Übergriffe bleiben zwar die Ausnahme, doch die Wut der Bauern verrät viel über die Gemütslage im Land.
Während die Subventionsstreichungen der Bundesregierung beim sogenannten Agrardiesel Monate später dennoch den Bundesrat passieren, werden weitere geplante Kürzungen im Sinne der Bauern wieder zurückgenommen. Auch sollen Landwirte künftig in anderen Bereichen steuerlich und bürokratisch entlastet werden.