Bootsflüchtlinge: Bescherung auf der Weihnachtsinsel - DER SPIEGEL
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Bootsflüchtlinge Bescherung auf der Weihnachtsinsel

Im Drama um die 460 Bootsflüchtlinge auf dem norwegischen Frachter "Tampa" zeichnet sich eine Lösung ab. Die Asylsuchenden sollen auf der Weihnachtsinsel auf Drittstaaten verteilt werden.
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Sydney - Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) legte in Genf Vertretern Norwegens, Indonesiens, Australiens und Neuseelands einen Dreistufen-Plan vor: Danach sollen die seit sechs Tagen auf dem Frachter ausharrenden Menschen auf den Weihnachtsinseln (Australien) an Land gehen können. Das UNHCR will dann prüfen, wer als Flüchtling gelten kann. Dann könnten sie in Drittstaaten ausreisen, die sich bereits zur Aufnahme angeboten hätten, wie etwa Norwegen und Neuseeland.

Norwegens Regierung äußerte sich zuversichtlich, dass es nun eine rasche Lösung des Konflikts geben wird. Außenminister Thorbjörn Jagland sagte in Oslo: "Ich glaube, dass wir sehr bald eine Lösung finden werden." Er bezeichnete das Verhalten der australischen Regierung als "ausgesprochen positiv und freundlich". Australien und das näher gelegene Indonesien hatten sich bislang geweigert, die überwiegend afghanischen Flüchtlinge aufzunehmen.

"Aus humanitärem Gründen müssen wir versuchen, die Menschen zunächst von dem Schiff zu bringen", sagte UNHCR-Sprecher Ron Redmond in Genf. Der norwegische Frachter "Tampa" hatte die Flüchtlinge am Sonntag aus Seenot gerettet. Der norwegische Botschafter in Australien, Ove Thorsheim, begab sich am Freitag an Bord der "Tampa", um sich ein Bild vom Zustand der Bootsflüchtlinge zu machen. Das Schiff könne auf seiner derzeitigen Position vier Seemeilen vor der Weihnachtsinsel bleiben, bis eine Lösung für die Menschen an Bord gefunden sei, sagte er.