Zum Tod von D’Angelo Ein Engel des Soul
Soulsänger D’Angelo
Foto:Lionel Flusin / Gamma-Rapho / Getty Images
Er war ein offenes Versprechen. Nicht dass Michele Eugene Archer, wie der Soulsänger D’Angelo mit bürgerlichem Namen hieß, keine Menschen verzaubert hätte. Im Gegenteil. Da kam noch einmal alles zusammen, was die schwarze Musik des 20. Jahrhunderts groß gemacht hatte. James Brown, Marvin Gaye, George Clinton, Prince, Al Green – von jedem brachte D’Angelo etwas mit und war dabei ganz im Hier und Jetzt. Großer, dunkler, intensiver Funk. Der liebe Gott und der Sex, vereint under one groove. Und doch war er ein Versprechen. Auf das nächste Meisterwerk, das vielleicht noch kommt. Auf die Soul-Messe, die man noch einmal erleben möchte. Alles an diesem Mann sagte: Das kann es noch nicht gewesen sein. Nun sind es drei Studioalben geworden und viele Shows, die Herzen berührten.
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Sein Vater war Prediger, mit dem Neo-Soul des Debüts »Brown Sugar« (1995) begann D’Angelos Karriere. »Voodoo« (2000) wurde dann sein Meisterwerk. Er singt und flüstert sich durch die Songs, die von wunderbaren Bläsersätzen getragen sind und deren Rhythmen scheinbar frei dahinfließen. »Untitled (How Does It Feel)« machte ihn berühmt. Das Video zeigt den Sänger nackt (vom Bauch an aufwärts), wie er einfach nur das Lied singt, ein Gegenentwurf zu den glitzernden Luxusinszenierungen, die den Pop damals bestimmten. D’Angelo wollte jedoch kein Sexsymbol sein. Er bekam ein Alkohol- und Drogenproblem, tauchte ab. Im Dezember 2014 erschien »Black Messiah«. Eine düstere Platte, getrieben von Themen wie der Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA, ein Vorschein auf unsere Gegenwart. D’Angelo starb im Alter von 51 Jahren in New York.