Flutkatastrophe Elbdeich bei Dannenberg akut gefährdet
Hamburg Nach Einschätzung der Krisenstäbe müssen die Elbdeiche noch mehrere Tage und Nächte verteidigt werden. Wie angespannt die Lage immer noch ist, zeigt die Situation im niedersächsischen Pisselberg. Der Ort liegt im Gefahrenbrennpunkt zwischen Hitzacker und Dannenberg. Dort ist seit der Nacht ein Deichabschnitt akut gefährdet. Die ganze Nacht hindurch kämpften hunderte Helfer fieberhaft mit Folien und Sandsäcken um den Deich. Nach Angaben der Bezirksregierung soll am Samstagvormittag über die Evakuierung entschieden werden.
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Für das bedrohte Wörlitzer Gartenreich östlich von Dessau soll am Mittag eine zweite Deichsprengung Entlastung bringen. Unentwegt strömen die Flutmassen hier aus einem 100 Meter großen Loch bei Seegrehna in den so genannten Wörlitzer Winkel. Bereits am Freitag hatte das Technische Hilfswerk ein vier Meter großes Loch in den Hauptdeich gesprengt. Dadurch sollte das Wasser schneller in die Elbwiesen zurückfließen. In dem überfluteten Ort Seegrehna selbst harren trotz Evakuierung seit Tagen einige Menschen aus.
Biga Hochwasser 1 CENTER/TEXT (thumb)
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Biga Hochwasser 2 CENTER/TEXT (thumb)
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Biga Hochwasser 3 CENTER/TEXT (thumb)
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Biga Hochwasser 8 CENTER/TEXT (thumb)
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Biga Hochwasser 9 CENTER/TEXT (thumb)
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Bitterfeld wird noch für Tage vom Hochwasser des früheren Tagebaus Goitzsche bedroht sein. Am Freitag wurde mit dem Bau eines Kanals zum Abfluss des Goitzsche-Wassers zurück in den Fluss Mulde begonnen. Die Arbeiten sollen bis Dienstag dauern. Auch die Lage in Stendal blieb
kritisch.
Aus dem böhmischen Chemiewerk Spolana Neratovice wich am Freitagabend erneut Chlorgas in den Strom. Bereits zuvor waren erhöhte Werte von vom Erdreich aufgewirbeltem Quecksilber gemessen worden. Das Hochwasser ist nach Angaben von Greenpeace zudem stark mit Blei, Cadmium, Kupfer, Zink und Chrom sowie mit Chemikalien, Öl und anderen organischen Substanzen belastet.
Bei leicht sinkenden Pegelständen bleibt die Lage an der Elbe in Nordbrandenburg weiter kritisch. Das Wasser stand um 8.00 Uhr in Wittenberge bei 6,97 Metern, sagte eine Sprecherin des örtlichen Krisenstabs. Das waren sechs Zentimeter weniger als noch gegen Mitternacht. Jedoch gebe es auf der gesamten Deichstrecke über 75 Kilometern einige Sickerstellen. Zahlreiche Helfer und Deichläufer seien nach wie vor im Einsatz, um Schäden auszumachen und zu bekämpfen.
"Wir müssen alle wachsam bleiben. Die Elbe schläft nicht, sie lauert", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck am Samstag im InfoRadio Berlin-Brandenburg zur gemischten Gefühlslage zwischen Entspannung und anhaltender Gefahr. Nach Angaben des örtlichen Krisenstabs werden die Deiche zunehmend feucht. Damit steige auch die Gefahr, dass Schichten ins Rutschen geraten könnten. Der Landrat der Prignitz, Hans Lange, appellierte an die Menschen, das gefährdete Gebiet zu verlassen und nicht vor einer Entwarnung zurückzukehren.
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Die gefährdeten Deiche im niedersächsischen Amt Neuhaus bei Lüneburg hielten dem tonnenschweren Druck der Flut vorerst Stand. Auch rund um Lauenburg in Schleswig-Holstein war die Lage stabil. Zehn zusätzliche Deichläufer sollten jedoch den unsicheren Deich östlich von Lauenburg beobachten.
Noch bis zu 30.000 Menschen waren von Evakuierungen betroffen. Die Flut hat bundesweit bisher 20 Menschen das Leben gekostet.