Flutkatastrophe Kampf um die maroden Deiche
Abgesoffener Campingplatz bei Laasche
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Bei Dresden wird aus der Weiferlitz ein Autowrack gezogen
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Zwei Anwohner begutachten in Gorleben den Stand der Elbe
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Der Deich bei Lauenburg gilt als die am meisten gefährdete Stelle im Hochwassergebiet von Schleswig-Holstein
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Taucher - wie hier bei Lauenburg - suchen unter der Wasseroberfläche nach Rissen im Deich
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Zerstörte Gleisanlagen bei Tharandt nahe Dresden
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Aufräumarbeiten in Dresden-Friedrichstadt
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Bei Neustadt in der Nähe von Dresden ist das Wasser deutlich zurück gegangen
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Durchweichte Wiesen bei Havelberge
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Nach einem Deichbruch ist im Dorf Lassche nur noch per Kanu voran zu kommen
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Der Dauereinsatz zehrt an den Kräften der Helfer
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Zwar ist der Strom in Eilenburg abgeschaltet, durch einen mit Helium gefüllten Ballon wird der Ort für die Helfer auch in der Nacht taghell
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Unverstellbare Verwüstungen hat die Flut bei Weesenstein angerichtet
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Bei Hitzacker verläuft links die Elbe, rechts die Jeetzel und in der Mitte liegt die Elbuferstraße
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Erfrischungspause bei Amt Neuhaus: Die hohen Tempearturen machen den Helfern zusätzlich zu schaffen
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Mit einem Kanu paddelt ein Retter durch Hitzacker
Foto: DPAHamburg - Bei Dannenberg sickerte Wasser der Elbnebenflüsse Jeetzel und Seege durch die Deiche. Dort prüfte die Bundeswehr die Schutzwälle aus der Luft mit Wärmebildkameras. Die Behörden warnten Bewohner in sechs Dörfern vor möglichen Deichbrüchen. 270 kranke und alte Menschen sollten in Sicherheit gebracht werden. Auch im Amt Neuhaus sickerte Wasser durch alte DDR-Dämme. Trotz der stagnierenden Wasserstände der Elbe in Niedersachsen sehen die Behörden im Amt Neuhaus keinen Anlass zur Entwarnung. "Es gibt Fachleute, die sagen: Das Schlimmste steht Euch noch bevor", warnte der Landrat des Kreises Lüneburg, Franz Fietz.
Neue Gewitter mit heftigem Regen könnten die Situation in den Hochwassergebieten noch verstärken. Besonders zwischen Erzgebirge und der Nordsee sei in der Nacht noch mit kräftigen Schauern, örtlich mit Platzregen, Sturmböen und Hagel zu rechnen, kündigte der Wetterdienst Meteomedia in Bochum an.
Insgesamt sind entlang der Elbe noch Gebiete mit mindestens 45.000 Menschen evakuiert. Die Sparkassen und Landesbanken stellen zur Beseitigung der Hochwasserschäden eine Milliarde Euro zur Verfügung.
Vier Tage nach dem Deichbruch bei Seegrehna südlich der Lutherstadt Wittenberg ist nach den Orten im Wörlitzer Winkel und der Autobahn A 9 nun auch die Stadt Dessau bedroht. Nahe der Autobahn wurde am Donnerstag damit begonnen, mit schwerem Gerät einen Hilfswall zu errichten, teilte der Dessauer Oberbürgermeister, Hans-Georg Otto mit. Die Bundeswehr wollte Container aus der Luft ablassen, um den Wasserfluss einzudämmen und die rund 100 Meter lange Lücke zu schließen. Sollte es nicht gelingen, das Leck zu schließen, werde Wörlitz und das Unesco-Welterbe Wörlitzer Park vermutlich überflutet, sagte der Sprecher des Landrats von Anhalt-Zerbst.
In den anderen gefährdeten Gebieten Sachsen-Anhalts löste sich die Anspannung allmählich. In Magdeburg fiel der Pegel etwa einen Zentimeter in der Stunde. Am Nachmittag lag der Wasserstand bei 6 Meter, normal sind 2 Meter. Bei Bitterfeld gelang es den Einsatzkräften, den zweiten Zufluss des Flusses Mulde in den Tagebausee Goitzsche zu schließen. "Die Region Bitterfeld kann aufatmen", sagte ein Sprecher. Allein in Sachsen-Anhalt verursachte die Flut jedoch 40 Millionen Euro Schäden an den Deichen.
In Nordbrandenburg, Mecklenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gefährdet die Flut die Deiche, auch wenn die Höchststände etwas niedriger ausfielen als erwartet. Der plateauförmige Scheitel zeiht teilweise auf der Höhe der hinter Millionen von Sandsäcken liegenden Dachfirste vorbei. Dort wo die Sicherungsarbeiten abgeschlossen waren, blieb den Anwohnern nur banges Warten. In der brandenburgischen Prignitz wurde die Evakuierung von 37 Ortschaften abgeschlossen. 500 Menschen weigerten sich aber, ihre gefährdeten Häuser zu verlassen. Nach dem Passieren des Hochwasser-Scheitels blieben die Pegel stabil, von Entwarnung war wegen der aufgeweichten Deiche aber nicht die Rede.
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"Wir werden sicher noch eine Woche mit der Hochwasser-Gefahr leben müssen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff in Schwerin. Nach der Evakuierung bedrohter Gebiete mit 1300 Menschen in Mecklenburg wurde die Räumung weiterer Orte zunächst für 24 Stunden ausgesetzt. In Dömitz und Boizenburg blieb der Elbpegel wegen der Flutung von Havel-Poldern in Brandenburg
hinter den Befürchtungen zurück. Auch im schleswig-holsteinischen Lauenburg wird der für das Wochenende erwartete Scheitel nach Aussage von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) niedriger ausfallen als zunächst erwartet. Der Deich gilt stellenweise als marode.
Mehr Bilder der Jahrhundertflut:
Fotostrecke 1: Der Kampf gegen die Fluten
Fotostrecke 2: Sachsen unter Wasser
Fotostrecke 3: Säcke stapeln - und dann hoffen
Fotostrecke 4: "Land unter" von Dresden bis Dessau
Fotostrecke 5: Die Deiche brechen, die Helfer sind erschöpft
Fotostrecke 6: Das bittere Aufräumen nach der Flut
In Sachsen, wo die Flut in der vergangenen Woche Schäden bis zu 15 Milliarden Euro angerichtet hatte, fließt das Hochwasser in hohem Tempo ab. Der Katastrophenalarm wurde aufgehoben. Der Bahnverkehr in Sachsen ist allerdings weiter stark gestört.
Allein in Dresden hat die Hochwasserkatastrophe nach Einschätzung von Oberbürgermeister Ingolf Roßberg Schäden von mindestens 350 Millionen Euro angerichtet. Diese Summe werde sogar noch beträchtlich ansteigen, wenn alle betroffenen Gebäude begutachtet seien, sagte er am Donnerstag.