Frontalzusammenstoß Wieder Verletzte in Schweizer Tunnel
Zürich - Bei der Kollision zweier Personenwagen im Arisdorftunnel auf der A2 bei Basel wurden sechs Menschen verletzt. Einige davon schwer. Feuer brach nicht aus.
Die Kollision der beiden Autos mit französischen Kennzeichen löste einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehren und Sanitätern aus. Insgesamt waren mehr als 80 Personen mit 20 Fahrzeugen und einem Hubschrauber im Einsatz. Der Tunnel blieb mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt.
Unterdessen wurde neun Tage nach dem verheerenden Unglück im Schweizer Gotthard-Tunnel mit den Bergungsarbeiten begonnen. Die Staub- und Luftanalysen ließen nun einen Einsatz der Retter zu, teilte die Tessiner Polizei mit. Am Nachmittag sollten die ersten Trupps in Schutzkleidung in den Tunnel einfahren. Dann sollte auch die Suche nach weiteren Opfern beginnen. Die Behörden gehen bisher von elf Toten aus.
Zunächst solle versucht werden, die in der Unglückszone abgestürzten Deckentrümmer beiseite zu räumen, sagte der Sprecher der Tessiner Kantonspolizei, Mario Ritter. Die nach dem Brandunfall am vergangenen Mittwoch noch im Tunnel stehenden 23 Fahrzeuge würden dann erkennungsdienstlich untersucht, bevor sie aus dem Tunnel geschleppt würden. Da im Tunnel nach dem Lkw-Zusammenstoß Reifen, Kunststoffe und Farben verbrannt sind, wurde von einer hohen Belastung der Luft im Tunnel ausgegangen.
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Nach wie vor gehen die Behörden offiziell von elf Toten bei dem Feuer nach dem Zusammenstoß zweier Lastwagen aus. Neun Leichen konnten bereits den Angehörigen übergeben werden, über die Identität der beiden übrigen Opfer herrscht noch Unklarheit. Auch der türkische Fahrer des Unglücks-Lkw wurde noch nicht gefunden.
San Bernardino für Lkw nur noch einspurig
Angesichts des stark angewachsenen Schwerverkehrs auf den Ausweichrouten und der hohen Unfallgefahr wurden Verkehrslenkungen und Sicherheitsmaßnahmen beschlossen. Am Morgen war es in einem Tunnel bei Basel erneut zu einem Frontalzusammenstoß gekommen.
Von Montag an soll der San-Bernardino-Tunnel nur noch einspurig für Lastwagen befahrbar sein. Dies erklärte das Verkehrsdepartement des Kantons Graubünden. Damit ziehen die Schweizer Behörden die Konsequenz aus den jüngsten starken Verkehrsbehinderungen auf der Gotthard-Ausweichstrecke. Mit der Maßnahme sollen vor allem Frontalzusammenstöße in dem nur zweispurigen 6,6 Kilometer langen Straßentunnel vermieden werden. Der Tunnel, der derzeit einen großen Teil des nach dem Brandunglück geschlossenen Gotthard-Tunnels aufnehmen muss, verfügt über keinen Sicherheitsstollen.
Die Einbahn-Regelung wird auch für weitere Tunnel auf den Zufahrtsrampen zur San-Bernardino-Röhre in Betracht gezogen. Außerdem soll ein Lastwagen-Überholverbot sowie ein Mindestabstand von 150 Metern zwischen einzelnen schweren Fahrzeugen eingeführt werden. Der Gotthard bleibt noch mehrere Monate geschlossen.