"Charlie Hebdo"-Karikaturen "Mopo"-Brandstifter zu Arbeitsstunden verurteilt
Gebäude der "Hamburger Morgenpost"
Foto: Bodo Marks/ dpaFür zwei islamistisch motivierte Brandanschläge auf das Verlagsgebäude der "Hamburger Morgenpost" und eine Schule müssen vier junge Männer Arbeitsstunden leisten. Drei von ihnen wurden zusätzlich zu Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren verurteilt.
Nach Überzeugung der Jugendkammer des Landgerichts verübten die Angeklagten die Taten im Januar 2015 aus Verärgerung über die Mohammed-Karikaturen von "Charlie Hebdo". Die "Mopo" hatte die Zeichnungen nach dem Terroranschlag auf das französische Satire-Magazin nachgedruckt.
Der mörderische Anschlag von Paris sei der Ausgangspunkt für die Taten in Hamburg gewesen. "Das macht sie so dramatisch und so erschreckend", sagte die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring.
Feuerwehr verhinderte Großbrand
Zwei der Männer im Alter zwischen 20 und 22 Jahren hatten zunächst versucht, nachts die Schule im Stadtteil Altona in Brand zu setzen, weil Schüler in einem Klassenraum die Karikaturen aufgehängt hatten. In der folgenden Nacht zum 11. Januar 2015 legten alle vier Angeklagten gemeinsam Feuer bei der "Mopo".
Während an der Schule nur leichter Sachschaden entstand, konnte die Feuerwehr im Verlagsgebäude gerade noch einen Großbrand verhindern. Der bei der Zeitung angerichtete Schaden betrug 100.000 Euro.
Das Gericht hielt drei der jungen Männer zugute, dass sie umfassende Geständnisse ablegten und Reue bekundeten. Der vierte Angeklagte hatte eine direkte Beteiligung geleugnet. Er gab an, dass er sich vor dem Anschlag auf die "Mopo" von den anderen entfernt habe. Das nahmen die Richter ihm nicht ab.