Kaprun Brandursache in Gletscherbahn geklärt
Kaprun - Ein Heizlüfter und eine undichte Ölleitung haben demnach mit großer Wahrscheinlichkeit die verheerende Brandkatastrophe auf dem Kitzsteinhorn in Österreich ausgelöst. Zu diesem Ergebnis kamen Sicherheitsexperten der Dekra nach monatelangen Untersuchungen des ausgebrannten Zuges. Am 11. November vergangenen Jahres waren in einem Felstunnel der Gletscherbahn 155 Wintersportler verbrannt, darunter 37 Deutsche.
Lange Zeit sah es so aus, als würden die Kriminalisten und Ingenieure, die den zusammengeschmorten Unglückszug von Kaprun in Millimeterarbeit überprüften, zu keinem Ergebnis kommen. Eine rote Substanz auf den Schienen galt zunächst als heiße Spur für die Brandursache, aber auch die verlor sich schnell. Die wenigen Skifahrer in der voll besetzten Seilbahn, die in letzten Moment durch ein eingeschlagenes Fenster ins Freie gelangten, gaben jedoch als Augenzeugen wertvolle Hinweise. Damit stand fest: Das Feuer war in der talseitigen Fahrerkabine ausgebrochen, und zwar unmittelbar nach der Abfahrt Richtung Gipfel. Diese Kabine ist bei der Fahrt nach oben nicht besetzt.
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Im so genannten Ausschlussverfahren stießen die Gutachter der Dekra schließlich auf eine winzige undichte Stelle in einer Ölmessleitung. Genau darunter war ein Heizlüfter montiert worden, in den offenbar Hydrauliköl tropfte und in Brand geriet. Der Zugbegleiter in der bergseitigen Fahrerkabine konnte die Hitze- und Rauchentwicklung nicht bemerken, weil ihm dazu offensichtlich die Instrumente fehlten. Als die Flammen bereits in die Passagierkabine gelangten, ließen sich die Türen der Seilbahn nicht mehr öffnen. Die Skifahrer und Mitarbeiter der Gletscherbahn verbrannten "wie in einem Krematorium", wie es ein österreichischer Pfarrer später ausdrückte.
Inzwischen hat der Münchner Anwalt Michael Witti zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Ed Fagan in den USA Klage gegen die Herstellerfirmen und gegen die Betreiber der Seilbahn eingereicht. Witti will für die Hinterbliebenen rund 300 Millionen Mark Schadenersatz und Schmerzensgeld herausschlagen.