Klage gegen "Spiegel" Brisante Geschichte
Zürich - Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein hat im Zusammenhang mit Geldwäsche-Vorwürfen Klage gegen das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" eingereicht. Das erklärte Ministerpräsidenten Mario Frick in einem Interview der Schweizer Wirtschaftszeitung "Finanz und Wirtschaft". Damit solle Einsicht in ein Dossier des Bundesnachrichtendienstes (BND) zu Liechtenstein erreicht werden. Wann und wo die Klage eingereicht worden sei, wurde nicht mitgeteilt.
DER SPIEGEL hatte das Dossier Ende November 1999 zitiert. Darin war der Vorwurf erhoben worden, Liechtensteiner Banken und Behörden würden mit kriminellen Organisationen bei der Geldwäsche kooperieren. Zu der Liechtensteiner Kundschaft gehörten lateinamerikanische Drogenclans, italienische Mafiagruppen und Mitglieder der organisierten Kriminalität in Russland. Liechtenstein hat sich bislang erfolglos um Einsicht in die BND-Akten bemüht.
"Wir wollen damit auch ein klares Signal setzen, dass man nicht einfach den Mülleimer über Liechtenstein ausleeren darf", erklärte Frick. "Die Frage ist, ob wir dies bis zum Ende durchziehen wollen." Die Vorwürfe speziell gegenüber den Behörden seien sehr pauschal, so Frick. "Sie sind hanebüchen und frei erfunden." Das Dossier stütze sich auf fragwürdige Quellen.
Denen wollte auch Staatsoberhaupt Fürst Hans-Adam II. in einem SPIEGEL-Gespräch in der Ausgabe vom 17. Januar nicht uneingeschränkt glauben: "So kann das nicht stimmen. In dem Umfang." Auf die Frage, ob die Darstellungen des zitierten BND-Berichtes zutreffend sein könnten, antwortete der Fürst: "Soweit ich das beurteilen kann, nicht. Selbstverständlich müssen diese Vorwürfe jetzt sehr sorgfältig untersucht werden."