Sahara-Drama: Erste Lebenszeichen von den Geiseln - DER SPIEGEL
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Sahara-Drama Erste Lebenszeichen von den Geiseln

Nach dem Tod der ersten deutschen Sahara-Geisel haben die übrigen Verschleppten die Strapazen ihrer Entführung offenbar gut überstanden. Das geht nach ARD-Berichten aus dem Video der Kidnapper hervor, das inzwischen den deutschen Sicherheitsbehörden vorliegt.
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Algier/Berlin - In der Aufnahme komme jeder der Gefangenen zu Wort und grüße seine Angehörigen, meldet das ARD-Hauptstadtbüro. Die Verschleppten hätten die Tortur ihrer Zwangsreise von Algerien nach Mali offenbar gut überstanden, berichtete die ARD weiter. Das Video sei in den vergangenen Tagen aus Mali übermittelt worden und liege jetzt in Berlin - allerdings nicht der ARD - vor. Auch ein Datum aus den vergangenen Tagen sei auf den Aufnahmen zu sehen. Daraus schlössen die Behörden, dass die Aufnahme nach der Ankunft der Geiseln in Mali entstanden ist.

In der Gewalt der Entführer sind noch neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass eine 46 Jahre alte Augsburgerin die Strapazen des Geiseldramas nicht überlebt hat. Nach Angaben von Angehörigen starb sie möglicherweise schon vor längerer Zeit an einem Hitzschlag.

Nach ARD-Informationen befinden sich die Kontakte zwischen den deutschen Stellen und den Entführern in einer sehr aktiven Phase. Eine baldige Freilassung der Geiseln sei aber derzeit noch nicht in Sicht, hieß es weiter.

Probleme mit der Versorgung

Auch die algerische Zeitung "Al-Watan" berichtete am Donnerstag, die 14 Geiseln seien am Leben. Allerdings werde es immer schwieriger, ausreichend Nahrung für sie zu finden. Das Blatt berief sich dabei auf Angaben von Stammesführern aus der Stadt Kidal im Norden Malis.

Nach Informationen des französischen Rundfunksenders Radio France Internationale gibt es Kontakte zu den Entführern in Kidal. Es gebe Vermittlungsgespräche mit Stammesführern der Stadt, berichtete am Donnerstag der Korrespondent des Senders in der malischen Hauptstadt Bamako. Die örtlichen Behörden hätten diese Angaben allerdings nicht bestätigt.

Nach Informationen der algerischen Zeitung "L'Expression" haben die Entführer den Behörden in Bamako in einem Brief das praktische Verfahren bei der Befreiung der Geiseln mitgeteilt - "nach vorheriger Erfüllung aller ihrer Forderungen".

Die Verhandlungen über die Freilassung der 14 Geiseln verliefen langsam, hieß es bei Radio France Internationale. Trotz der Zusicherungen über freies Geleit befürchteten die Entführer nach Freilassung der Geiseln eine Blitzaktion algerischer Militärkräfte im Grenzgebiet.

Entführer kennen sich in Mali aus

"Die Stammesführer in Kidal genießen das Vertrauen der Geiselnehmer, es hat Gespräche gegeben", sagte der Korrespondent. Die Entführer hätten ihre Geiseln aus Algerien nach Mali verschleppt, "weil sie diese Region wie ihre Westentasche kennen".

Das Auswärtige Amt in Berlin und die Schweizer Regierung äußerten sich weiterhin nicht zu den Medienberichten, um die Sicherheit der verschleppten Touristen nicht zu gefährden.

Das Geiseldrama hatte in der letzten Februarwoche begonnen. In mehreren Gruppen wurden insgesamt 32 europäische Abenteuer-Urlauber entführt. 17 von ihnen wurden im Mai befreit. Die Entführer sollen einer algerischen Islamistengruppe angehören.