Singapur: Neue Anklage gegen Julia Bohl - DER SPIEGEL
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Singapur Neue Anklage gegen Julia Bohl

Die in Singapur inhaftierte Deutsche Julia Bohl ist jetzt auch wegen Cannabis-Konsums angeklagt worden. Bislang hatte man ihr lediglich Rauschgifthandel vorgeworfen.
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Singapur - Julia Bohl soll nach Angaben der Justiz Ketamine konsumiert haben, eine Art Betäubungsmittel, das zunehmend in Nachtclubs zu finden ist. Dies habe ein Urintest ergeben. In Singapur steht auf Drogenkonsum eine Höchststrafe von umgerechnet 12.400 Euro. Stattdessen oder zusätzlich können die Gerichte aber auch zehn Jahre Gefängnisstrafe verhängen. Eine Freilassung der 22-Jährigen auf Kaution lehnte das Gericht ab. Die Anhörung verfolgten auch Vertreter der deutschen Botschaft und der Vater von Julia.

Der Deutschen war bislang nur Drogenhandel vorgeworfen worden, was aber im Falle eines Schuldspruchs den Gesetzen Singapurs zufolge mit dem Tod bestraft werden muss. Bohl soll bis zu ihrem Prozess in das Frauengefängnis Changi verlegt werden. Ein Datum für die Verhandlung ist noch nicht bekannt, eine weitere Anhörung wurde für den 28. März angesetzt. Bohl war vor gut einer Woche festgenommen worden.

Bei der Anhörung wurde auch eine 22-jährige Singapurerin als mutmaßliche Komplizin der Deutschen beschuldigt. Neben Bohl stehen bereits zwei 21 und 33 Jahre alte Männer aus Singapur vor Gericht. Sie sollen Bars und Nachtclubs von einem kleinen Geschäft aus mit Drogen beliefert haben.

Bei einer Razzia in dem Geschäft wurden 687 Gramm Cannabis, 60 Ecstasy-Tabletten, 30 Gramm eines Anästhetikums und 34 Gramm eines Metamphetamins beschlagnahmt, wie das Zentrale Rauschmittelamt erklärte. Sollte eine Laboruntersuchung ergeben, dass der Anteil reinen Rauschgifts über 500 Gramm liegt, gilt der Tatbestand des Drogenhandels als erfüllt.