Angela Merkel kritisiert Einladung von Emmanuel Macron als Gastredner zur Einheitsfeier - DER SPIEGEL
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Festakt im Saarland Merkel kritisiert Einladung von Macron als Gastredner zur Einheitsfeier

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron darf als Gastredner bei der Feier zur deutschen Einheit in Saarbrücken auftreten. Ex-Kanzlerin Angela Merkel hätte sich jemand anderen gewünscht.
Altkanzlerin Angela Merkel
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Annette Riedl / dpa

Deutschland feiert 35 Jahre der Einheit. Und zur Feier des Tages darf Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als Gastredner bei der zentralen Veranstaltung in Saarbrücken sprechen. Ein Zeichen, das die enge Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich betonen soll. Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel ist damit aber nicht zu 100 Prozent glücklich.

Mit Blick auf die Gäste der geplanten Einheitsfeier sagte Merkel im ZDF, es sei klar, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sprächen. Sie selbst schätze Frankreichs Präsidenten Macron, der als Ehrengast erwartet wird. »Aber vielleicht hätte man auch jemanden aus Osteuropa oder aus Ostdeutschland als Gastredner nehmen können, anlässlich von 35 Jahren Deutscher Einheit«, sagte Merkel.

Die Wiedervereinigung hält Merkel trotz aller Probleme für »einen großen Glücksfall«. In ihrem Büro, in dem sie als Altkanzlerin arbeite, habe einst Margot Honecker gesessen. Die Ehefrau des damaligen DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker und DDR-Bildungsministerin hatte Unter den Linden residiert. »Ich kann von mir sagen, Margot Honecker hat es nicht verhindert, dass ich meinen Weg in der Freiheit gefunden habe«, sagte Merkel.

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Merkel, die in Brandenburg aufgewachsen ist, sagte über ihre eigenen Erfahrungen als Ostdeutsche: »Man muss beweisen, dass man die vermeintlich von allen im Westen inkarnierten Werte wirklich verstanden hat.« Man könne das auch andersherum sehen. »Also einfach sagen, hier haben Menschen 40 Jahre oder länger als 40 Jahre eine andere Lebensgeschichte gehabt. Das ist genauso eine individuelle Lebensleistung, wie die von jedem Einzelnen, der in der alten Bundesrepublik groß geworden ist.« In der Gesamtheit könne man mehr daraus machen.

»Wenn’s hilft, dann war ich eben schuld«: Haben wir es geschafft? Im SPIEGEL-Talk auf der Bühne des Admiralspalasts zieht Ex-Kanzlerin Angela Merkel selbstkritisch Bilanz, lobt Friedrich Merz und verrät ein halbes Geheimnis. Das SPIEGEL-Spitzengespräch sehen Sie hier.

ptz/dpa