Atomtransport Nächtliche Blockade in Hamburg
Geesthacht - Sechs Demonstranten haben sich nach Polizeiangaben in der Nacht am Güterbahnhof Hamburg-Bergedorf im Gleisbereich festgekettet. Sie seien mit schwerem Gerät von der Strecke getrennt und vorläufig festgenommen worden, ebenso wie drei weitere Personen, die die Anweisungen der Polizei nicht befolgt hätten. 37 Personen habe man vorübergehend in Gewahrsam genommen. Vorerst konnte der Zug ohne weitere Störungen weiterfahren, doch die Atomgegner der Gruppe "X-tausendmal quer" hält weitere Proteste für möglich. Die Züge haben inzwischen Nordrhein-Westfalen ohne weitere Zwischenfälle erreicht. Wo sie zusammengekoppelt werden sollen, wollte der Bundesgrenzschutz nicht bekannt geben.
Der Zug mit drei Behältern abgebrannter Brennelemente kam gegen 02.00 Uhr aus dem Kraftwerk Krümmel in Bergedorf an und konnte wegen der Blockade erst gegen halb sechs ungehindert weiterfahren. Weitere Atommülltransporte kommen aus dem Brokdorf, Grohnde und Neckarwestheim. Sie sollen gemeinsam über die französische Grenze zur Wiederaufbereitung nach La Hague und ins schottische Sellafield gebracht werden.
Aktivisten: Behälter wurden nicht ausreichend geprüft
Der Zug aus Krümmel sei "symbolisch" in Hamburg aufgehalten worden, so die Umweltschützer. Vier der Demonstranten hätten sich direkt an die Gleise gekettet, die beiden anderen hätten sich an einer Stahlkonstruktion vier Meter über den Gleisen befestigt. Die Atomgegner wollen nach eigenen Angaben auf die Gefahren des Atomtransports aufmerksam machen. Die Behälter, mit denen der Müll unterwegs ist, seien nicht ausreichend geprüft worden. Außerdem machen sich die Aktivisten dafür stark, dass sofort alle Atomkraftwerke stillgelegt werden.
In Maschen bei Hamburg wurden die Waggons mit Behältern aus dem Kraftwerk Brokdorf zusammengekoppelt. Dieser Transport wurde bisher nicht gestört. Erst am Mittwoch waren auch Brennelemente aus dem baden-württembergischen Atomkraftwerk Neckarwestheim zum Verladebahnhof Walheim gebracht worden. Der Weitertransport Richtung Sellafield sollte dann ebenfalls am Donnerstag erfolgen.