Bundestag: Abgeordnete fehlen am liebsten Freitag - DER SPIEGEL
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Auswertung der Sitzungsprotokolle Bundestagsabgeordnete fehlen am liebsten freitags

Je näher das Wochenende rückt, desto mehr Bundestagsabgeordnete melden sich ab. Das ergab eine Auswertung der "Bild am Sonntag". Ein Politiker blieb sogar mehr als jeder dritten Plenarsitzung fern.
Mitglieder des Bundestages stimmen im Plenum im Bundestag an Urnen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz ab
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Mitglieder des Bundestages stimmen im Plenum im Bundestag an Urnen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz ab

Foto: Christoph Soeder/ dpa
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Freitags frei zu haben ist besonders attraktiv. Ein langes Wochenende winkt. Das gilt für alle Arbeitnehmer - offenbar auch für viele Politiker in Deutschland. Laut einer Auswertung der 105 bisherigen Sitzungsprotokolle des 19. Deutschen Bundestages fehlen bei Plenarsitzungen am Freitag durchschnittlich die meisten Bundestagsabgeordneten. Das berichtet die "Bild am Sonntag".

Demnach zeige die Auswertung, dass je näher das Wochenende rückte, desto mehr Mitglieder des Bundestages sich bei Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble abmeldeten. Während am Dienstag "nur" 22 Abgeordnete durchschnittlich fehlten, waren es am Mittwoch schon 27, Donnerstag bereits 31 und am Freitag sogar 48. Am Montag finden in der Regel keine Plenarsitzungen statt.

Abgeordnete müssen für ihre Abwesenheit keinen Grund nennen. Wer allerdings unentschuldigt fehlt, bekommt 200 Euro von der steuerfreien Abgeordnetenpauschale abgezogen. Legt man eine Entschuldigung vor, sind es 100 Euro, bei einem Attest nur 20 Euro.

Sigmar Gabriel mit den meisten Fehltagen

Die höchste Quote an Absagen hat die Linke: 7,6 Prozent fehlen laut "BamS" bei jeder Plenarsitzung. Es folgen die SPD (5,6%), AfD (5,3%), FDP (4,9%), die Grünen (4,6%) und die Union aus CDU und CSU (3,5%).

Ein prominenter Politiker hat laut der Auswertung die meisten Fehltage in Anspruch genommen: Sigmar Gabriel blieb durchschnittlich mehr als jeder dritten Plenarsitzung fern. Der ehemalige SPD-Vorsitzende gastierte zwei Monate als Dozent an der Eliteuniversität Harvard, außerdem befand er sich zwischenzeitlich auf Lesereise für sein Buch "Zeitenwende in der Weltpolitik".

Gabriel kündigte an, über eine Niederlegung seines Mandats nachzudenken. "Ich muss im Sommer klären, ob ich bis zum Ende der Wahlperiode im Bundestag bleiben kann", sagte der 59-Jährige laut "Bams".

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir von Abgeordneten als "Mitarbeiter des Bundestages" gesprochen, sie sind natürlich "Mitglieder des Bundestages".

bam