meinung •Der gesunde Menschenverstand Merzens Musk
Bohlen
Foto:Rolf Vennenbernd / dpa
Die Stimmung in Deutschland ist derzeit nicht die beste, die wirtschaftliche Lage schwierig. Aber jetzt gibt es endlich einen Hoffnungsschimmer.
Der sogenannte Pop-Titan Dieter Bohlen hat sich bereit erklärt, Friedrich Merz als Berater zu unterstützen, sollte dieser nach der Bundestagswahl 2025 tatsächlich Bundeskanzler werden. »Ich würde den nächsten Kanzler beraten, wenn man mich fragen würde. Elon Musk hilft Trump ja auch als Berater.«
Furcht als Begleiter
Gefährliche Körperverletzungen, Raubtaten, Sexualdelikte, all das hat laut polizeilicher Kriminalstatistik zugenommen. Viele Menschen in Deutschland fühlen sich nicht sicher, wenn sie nachts allein im Park oder auf der Straße unterwegs sind.
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Der Vergleich ist in jeder Hinsicht schlüssig. Beide Ausnahmemänner verfügen über eine gewisse Grundgenialität. Während Musk E-Autos sowie ein eigenes Satelliten- und Raumfahrtprogramm entwickelte, schenkte der Modern-Talking-Gründer der Welt geniale Songzeilen in Hülle und Fülle. Man denke nur an Atlantis Is Calling, S.O.S. for Love. Oder: Cheri Cheri Lady. Auch die Automobiltechnik ist ihm nicht fremd, wie Geronimo's Cadillac belegt.
Bohlen verfügt wie Musk über sehr viel Hightech, zumindest in seinem Tonstudio bei Tötensen, dem Silicon Valley der norddeutschen Tiefebene. Musk hat die Plattform X, um seine genialen Ideen unters Volk zu bringen, Bohlen immerhin »Mein RTL«.
Beide teilen darüber hinaus einen Hang zu klaren Ansagen, die auch mal etwas ruppiger ausfallen können. Während Musk auf X zuletzt nicht nur Olaf Scholz, sondern auch Robert Habeck als »Narr« bezeichnete, ist Bohlen für seine mutigen Sprüche insbesondere gegenüber Kandidatinnen in der Show »Deutschland sucht den Superstar« (DSDS) bekannt.
Während sich Donald Trump offenkundig im reichsten Mann der Welt spiegeln will, möchte sich Friedrich Merz nun im reichsten Mann von Tötensen (Kreis Harburg) spiegeln. Jedenfalls soll sich der CDU-Vorsitzende laut »Bild«-Informationen umgehend Bohlens Telefonnummer besorgt haben. Es sei ein »tolles, offenes Gespräch« gewesen, so Bohlen im Anschluss. So muss das auch sein bei künftigen Regierungspartnern.
Elon Musk will Trump dabei helfen, den Staat effizienter und schlanker zu machen. Bohlen wiederum könnte Merz in stilistischen Fragen beraten, es würde jedenfalls nicht verwundern, wenn der künftige Kanzler demnächst in Camp-David-Klamotten herumliefe.
Wertvolle Tipps könnte Bohlen zudem bei der Auswahl des Personals geben. Dass er hier ein gutes Gespür besitzt, lassen diese Aussagen vermuten: »Ich würde keine Leute holen, die Märchenbücher geschrieben haben. Ich finde Robert Habeck total sympathisch. Der hätte Familienminister werden können. Aber doch nicht Wirtschaftsminister.«
Seine größte Stärke jedoch könnte Bohlen am Rednerpult im Bundestag ausspielen. Wenn mal eine freche Oppositionelle gegen seinen Chef aufmuckt, kann der Titan jederzeit aus seinem reichen Fundus seiner DSDS-Sprüche schöpfen: »Hast du auch irgendwas Vernünftiges, also Normales gemacht, oder hast du nur Abi und dann dich durchnudeln lassen?«