Forsa-Erhebung: Rot-Grün verspielt Umfragevorsprung - DER SPIEGEL
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Forsa-Erhebung Rot-Grün verspielt Umfragevorsprung

Sie waren mal 15 Punkte in Führung, inzwischen ist fast nichts davon übrig: SPD und Grüne liegen in der Meinungsumfrage von Forsa nur noch einen läppischen Punkt vor der Regierungskoalition.
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Hamburg - In der Gunst der Wähler wird der Vorsprung von SPD und Grünen vor dem Regierungslager immer geringer. Im "Stern" -RTL-Wahltrend liegen SPD und Grüne mit zusammen 42 Prozent nur noch einen Punkt vor Union und FDP, die gemeinsam auf 41 Prozent kommen. Dies ist der geringste Abstand zwischen den beiden Lagern seit Anfang Mai 2010. Im Oktober 2010 hatten SPD und Grüne sogar noch bis zu 15 Punkte vor Union und FDP gelegen.

Im einzelnen...

  • ...blieben die Werte für Union (36 Prozent), SPD (22 Prozent) und FDP (5 Prozent) im Vergleich zur Vorwoche stabil.
  • Die Grünen sanken im "Stern"-RTL-Wahltrend jedoch um einen Punkt auf 20 Prozent.
  • Die Linke verbesserte sich um einen Punkt und wird mit 10 Prozent zum ersten Mal seit fünf Wochen wieder zweistellig.
  • Für "sonstige Parteien" würden sich 7 Prozent der Wähler entscheiden.

Guido Westerwelle

Bundesaußenminister (FDP) konnte der Umfrage zufolge auch während der Ägypten-Krise nicht an Ansehen gewinnen. Die Frage, ob Westerwelle seine Arbeit jetzt besser mache als noch vor einigen Monaten, verneinten in einer Umfrage für den "Stern" 71 Prozent der Befragten. Der Ansicht waren sogar 50 Prozent der FDP-Anhänger. Nur 17 Prozent aller Bürger registrierten eine Verbesserung.

Rot-Gelb in Hamburg?

Eine sozialliberale Koalition, wie sie kurz vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg debattiert wird, wurde von Forsa-Chef Manfred Güllner als vorteilhaft für die SPD eingeschätzt. Dem "Stern" sagte er, mit der FDP seien die Sozialdemokraten immer gut gefahren: "In Hamburg hat das Bündnis aus Arbeitern und Kaufleuten eine gute Tradition. Es würde zudem signalisieren, dass die SPD ihre Wähler wieder in der Mitte sucht."

Die Grünen hingegen, deren Anhänger meist im Umfeld des öffentlichen Dienstes tätig seien, passten nicht zur "alten Arbeiterpartei" SPD. In fast allen Ländern sei die SPD nach Bündnissen mit den Grünen abgewählt worden. Auch wenn die FDP beim Wähler derzeit schlechte Karten habe, seien ihre Wähler - Mittelständler, freie Berufe, leitende Angestellte - eine Ergänzung zu den unteren arbeitenden Schichten.

Einer Umfrage aus der vergangenen Woche zufolge könnten die Elb-Liberalen erstmals wieder ein Wahlergebnis über fünf Prozent erreichen. Die FDP ist seit 2004 nicht mehr in der Hamburger Bürgerschaft vertreten, die Landes-FDP gilt als zerstritten. Spitzenkandidatin Katja Suding soll der Partei bei den vorgezogenen Neuwahlen am 20. Februar zu einem Comeback verhelfen.

Die Umfrage hatte Mutmaßungen über ein mögliches rot-gelbes Bündnis in der Hansestadt befeuert, unter anderem sprach sich der frühere Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) für eine Koalition mit der FDP aus, sollte ihr der Einzug gelingen. SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz erteilte den Spekulationen eine Absage.

Für den "Stern"-RTL-Wahltrend befragte das Institut 2507 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

amz