"Jünger und ostdeutscher" Grüne melden Rekord-Mitgliederzuwachs
Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Hannover
Foto: Julian Stratenschulte/ dpaDie Grünen haben laut einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr so viele Mitglieder dazu gewonnen wie noch nie seit ihrer Gründungsphase. Seine Partei habe 10.246 neue Eintritte verbucht und zähle nun 75.311 Mitglieder, sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der "Welt".
Dem Bericht zufolge ist das ein Rekord in der Geschichte der Partei, wenngleich SPD und CDU weiterhin deutlich größer sind:
- Bundesweit gibt es gut 440.000 Sozialdemokraten
- und gut 425.000 Christdemokraten.
- Die CSU hat rund 141.000 Mitglieder,
- die FDP nach eigenen Angaben 63.000
- und die Linke gut 60.000 Mitglieder.
- Die AfD gibt ihre Mitgliederzahl mit mehr als 30.000 an.
Bei den Grünen fiel der aktuelle Zuwachs besonders stark in Ostdeutschland aus, wo die Partei bislang nur schwach vertreten waren. So sei die Mitgliederzahl bundesweit um knapp 16 Prozent gewachsen, im Osten ohne Berlin aber um 19 Prozent. In Brandenburg habe die Zuwachsrate 26 Prozent betragen, in Sachsen 23 Prozent.
Grüne sind weiter eine Männerpartei
Der Frauenanteil sei noch einmal leicht von 39,8 auf 40,5 Prozent gestiegen. Das Durchschnittsalter sei durch die vielen Eintritte von 49,5 Jahre auf glatte 49 Jahre gesunken. "Wir werden jünger, weiblicher und ostdeutscher", sagte Kellner der "Welt".
Im SPIEGEL-ONLINE-Wahltrend stehen die Grünen bundesweit derzeit bei rund 17 Prozent und wären demnach aktuell auch ein Kandidat für eine Regierungsbeteiligung im Bund.
Am Wochenende sprach sich CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer für ein Bündnis mit der Ökopartei aus. In einem gemeinsamen Interview mit der Grünen-Vorsitzenden Katrin Göring-Eckardt erklärte sie, man könne sich eine schwarz-grüne Koalition vorstellen.
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