Jahrestag der Pogromnacht Mitglieder der Jungen Union singen Wehrmachtslied
Mehrere Mitglieder der Jungen Union (JU) Hessen haben am Jahrestag der Reichspogrome in einer Berliner Kneipe für Aufsehen gesorgt. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, stimmte die Gruppe das "Westerwaldlied" an - eines der bekanntesten Lieder der Wehrmacht. Die Gruppe wurde dabei gefilmt, ein junger Politiker räumte seine Beteiligung ein.
Wie das Blatt berichtet, stammt die Aufnahme von der Berliner Künstlerin Mia Linda Alvizuri Sommerfeld. Ihr sei die Gruppe bereits zuvor durch homophobe Äußerungen aufgefallen, sie habe daher Videoaufnahmen gemacht. Als Reaktion hätte die Gruppe daraufhin mehrfach lautstark eine Zeile des "Westerwaldliedes" angestimmt, schildert Alvizuri Sommerfeld im "Tagesspiegel".
Na @JUBerlin, wer von Euch hat Freitag, 9.11., in Kneipe "Zur Quelle" in #Berlin-Moabit bierselig, lauthals das bei Nazis/Reichswehr beliebte, vom @BMVg_Bund 2017 aus Bundeswehr verbannte Westerwaldlied "gesungen"?
— Alexander Fröhlich (@alx_froehlich) November 11, 2018
@Tagesspiegel @LorenzMaroldt pic.twitter.com/os7bRZWSM9
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Das Lied ist umstritten, weil es während der Einmärsche in Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden von Soldaten der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg gesungen wurde. Im vergangenen Jahr wurde das "Westerwaldlied" dann aus dem Liederbuch der Bundeswehr gestrichen.
In dem Video sollen Angehörige der Jungen Union aus Limburg und Rheingau-Taunus zu sehen sein. Sie waren zu einer Exkursion nach Berlin gereist. Um welche Personen es sich genau handelt, ist unklar. Einzig Nils Josef Hofmann, Vorsitzender der JU Limburg, hat dem "Tagesspiegel" seine Teilnahme an dem Vorfall bestätigt. Hofmann sei in dem Video klar erkennbar.
Weder der Landesverband der JU in Hessen noch der Bundesverband waren am Dienstagnachmittag für den SPIEGEL zu erreichen. Dem "Tagesspiegel" sagte der Berliner JU-Vorsitzende Christoph Brzezinski allerdings, dass man mit diesen Leuten nichts zu tun habe. Brzezinski habe demnach nach Hessen verwiesen. Dort wiederum habe man erst durch die Anfrage des "Tagesspiegels" von dem Vorfall erfahren.