Streiten wie die Großen Schwarz-gelber Nachwuchs zofft sich in Thüringen
EU-Flagge: In Thüringen streiten sich Junge Liberale und JU in Sachen Euro-Krise
Foto: Sean Gallup/ Getty ImagesBerlin/Erfurt - Der Ton in der großen Politik ist mitunter rau. Selbst innerhalb einer Koalition schenkt man sich zuweilen wenig, das haben die schwarz-gelben Bündnispartner in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen. Aber nun scheint es so, als wollten die Nachwuchsorganisationen von CDU und FDP in Thüringen noch einen draufsetzen: Die Jungen Liberalen (Julis) im Freistaat würden unter "geistiger Umnachtung" leiden, empört man sich bei der Jungen Union (JU). Die Julis hätten ein "liberales Selbstmordkommando" eingefordert, so der Vorwurf.
Was ist los bei den schwarz-gelben Nachwuchspolitikern in Thüringen?
Stein des Anstoßes für die JU ist eine Pressemitteilung der Jungen Liberalen vom Montag. Darin fordern die Julis nach der Verabschiedung des ständigen Euro-Rettungsschirms ESM und des Fiskalpakts in Bundestag und Bundesrat das Ende der schwarz-gelben Koalition. Die FDP diene nur als Steigbügelhalter und verrate sich selbst und ihre Wähler, erklärte Juli-Landeschef Bernhard Kuske in Erfurt. "Wir fordern die FDP deshalb auf, die Koalition im Bund umgehend zu beenden."
Die FDP sei in den vergangenen Wochen gezwungen gewesen, liberale Kernpositionen aufzugeben, um die Koalition zu erhalten, so Kuske - das habe zum Verlust von Wählern beigetragen. Folglich müsse die FDP in die Opposition, um dort wieder als liberales Gegengewicht zu fungieren.
Es dauerte nicht lange, bis die Thüringer JU mit einer geharnischten Pressemitteilung reagierte. "Offensichtlich leiden die Julis Thüringen derart an geistiger Umnachtung, dass sie jetzt sogar ein liberales Selbstmordkommando einfordern", erklärte Landeschef Stefan Gruhner. Denn: "Das Ende von Schwarz-Gelb bedeutet das Ende der FDP."
Die christlich-liberale Koalition habe einen Wählerauftrag bis zum Herbst 2013. "Union und FDP tun gut daran, wenn sie verlässlich und sachorientiert diesem Auftrag der Wähler nachkommen", ließ JU-Chef Gruhner wissen. Alles andere seien "taktische Spielchen, von denen die Bürger die Nase voll haben".
In Berlin zeigte man sich erstaunt über die Äußerungen der Thüringer Julis. Im Bundesvorstand der Jungen Liberalen ist die Rede von einer "unsinnigen Äußerung aus einem Landesverband". Zwar sehe man die Ergebnisse des EU-Gipfels von Ende vergangener Woche kritisch, genau wie den unbefristeten ESM - den Fiskalpakt dagegen begrüße man ausdrücklich.