meinung •Neue Koalition plant Kalenderreform Union und SPD stopfen Schuldenloch
Friedrich Merz
Foto: Hannibal Hanschke / EPAEigentlich wollten die künftigen Koalitionäre Stillschweigen bewahren – doch eine Einigung von Union und SPD hat für derart überbordende Freude gesorgt, dass auch die schweigsamsten Unterhändler nicht mehr an sich halten konnten. »Es ist genial», heißt es aus Kreisen der Union, einen »durchaus gangbaren Weg« nennen es Eingeweihte aus der SPD. Tatsächlich handelt es sich um das wohl größte Vorhaben seit der gregorianischen Kalenderreform.
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Grundlage war ein Vorschlag der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer. Diese hatte angeregt, einen Feiertag zu streichen, was im Ergebnis bis zu 8,6 Milliarden Euro pro Jahr einsparen könnte. Der Widerstand war zunächst groß: Die Deutschen verzichten ungern auf Feiertage. Schnitzers Idee war eigentlich schon verworfen, da trumpfte der künftige Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit einem Geistesblitz auf: »Wie wäre es«, setzte Merz verschmitzt an, »wenn alle Feiertage künftig auf Wochenenden fielen?« Tosender Beifall: Mit der umfassenden Verlegung sämtlicher neun Feiertage, die nicht sowieso auf einen Sonntag fallen (Ostern, Pfingsten), ließen sich schon im Jahr 2026 sagenhafte 45 bis 77,4 Milliarden einsparen. Die Eckpunkte der Reform: Weihnachten findet am vorletzten Wochenende des Jahres am Samstag statt. Silvester immer am letzten Samstag, damit fällt Neujahr immer auf den letzten Sonntag des Jahres. Pfingstmontag und Pfingstsonntag werden zu Pfingstsmonntag fusioniert, natürlich immer am Sonntag. Der Tag der Deutschen Einheit wird nur noch am 29. Februar gefeiert (also alle vier Jahre). Der Tag der Arbeit soll nach Willen der Union künftig wörtlich genommen werden: Alle arbeiten. Hier zaudert die SPD noch.
Der entscheidende Satz im Koalitionsvertrag steht allerdings schon fest: »Niemand hat die Absicht, einen Feiertag abzuschaffen.«