Zwist unter Ministerpräsidenten der Union Söder kontert Kritik von Günther – »um die eigenen Probleme kümmern«
CSU-Chef Söder über Schleswig-Holstein: »Land mit schöner Landschaft, wirtschaftlich enormen Problemen, finanziell hoch verschuldet«
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Der Streit zwischen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seinem schleswig-holsteinischen Amtskollegen Daniel Günther (CDU) geht in die nächste Runde. Nach deutlichen Aussagen Günthers, Söder solle sich zu einem möglichen Bündnis der Union mit den Grünen zurücknehmen, folgt nun eine scharfe Antwort aus Bayern.
Söder bezeichnete Günthers Aussagen bei »Welt TV« als »nicht relevant«. Schleswig-Holstein sei »ein kleines und schönes Land mit schöner Landschaft, wirtschaftlich enormen Problemen, finanziell hoch verschuldet«, so der CSU-Chef.
»Dort muss man sogar Notlagen aufrufen«, sagte Söder mit Blick auf das nördlichste Bundesland, »und trotzdem will man den Länderfinanzausgleich aus Bayern. Ich würde mal sagen: um die eigenen Probleme kümmern und dann mit einer ordentlichen Bilanz bundesweit auftreten.«
Günther empfahl Söder, »einfach den Mund zu halten«
Günther hatte Söder am Dienstagabend in der ZDF-Sendung »Markus Lanz« empfohlen, »einfach den Mund zu halten« statt ständig gegen die Grünen auszuteilen.
Auch warf er Söder vor, mit seinen Aussagen gegen die Partei eine Scheindebatte zu führen. »Söder sagt immer, es gibt in der CDU Leute, die schwärmen von Schwarz-Grün im Bund. Ich kenne niemanden«, so Günther. Söder führe eine »Diskussion mit sich selbst«. »Debatten mit sich selbst zu führen«, sagte Günther, sei jedoch »im Wahlkampf nie klug.«
Söder verwies dagegen darauf, dass ein Regierungsbündnis aus Union und Grünen auf Bundesebene unbeliebt sei. Seine Position zu den Grünen sei »die mehrheitliche Position der Unionswähler« und »die mehrheitliche Position der Deutschen«, sagte Söder bei »Welt TV«. »Schwarz-Grün ist die unbeliebteste Koalition, die überhaupt vorstellbar ist.«
Schwarz-Grün funktioniert laut Günther »reibungslos«
Eine Koalitionsoption mit den Grünen im Bund hatte Günther zwar auch nicht gefordert, er regiert mit seiner CDU in Schleswig-Holstein seit 2017 gemeinsam mit der Partei: zunächst in einer Jamaikakoalition mit der FDP, seit 2022 als Zweierbündnis. »Bei uns im Land funktioniert Schwarz-Grün reibungslos«, sagte Günther dazu bei »Lanz«.
Schwarz-Grün scheint neben einer Großen Koalition aus Union und SPD angesichts der aktuellen Umfragen die einzig realistische Mehrheitsoption für die Zeit nach der Bundestagswahl.