News: Viktor Orbán, Friedensverhandlungen in Pakistan, Wladimir Putin - DER SPIEGEL
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Susanne Beyer

Die Lage am Morgen Das Treffen der Erzfeinde

Heute geht es um die Wahl in Ungarn, die nicht nur das Land selbst betrifft. Um die beinahe aussichtslosen Friedensverhandlungen zwischen Iran und den USA in Pakistan. Und um die erfolgreich beendete Mondmission Artemis-2.

Die Wahl in Ungarn und der internationale Rechtspopulismus

Die Wahl in Ungarn am morgigen Sonntag weist weit über das Land hinaus. Der bisherige Ministerpräsident Viktor Orbán ärgert die EU ständig, die Erleichterung in vielen europäischen Großstädten wäre groß, sollte er gehen müssen. Sollte er bleiben, wäre die Stimmung niedergedrückt.

Ungarns Ministerpräsident Orbán: Unterstützung aus den USA

Ungarns Ministerpräsident Orbán: Unterstützung aus den USA

Foto: Alexander Ryumin / ITAR-TASS / IMAGO

Wie auch immer es ausgeht, würde sich auch zeigen, wie viel oder wie wenig US-Präsident Donald Trump in anderen Ländern ausrichten kann. Denn der hat vor Kurzem nicht nur seinen Vize JD Vance nach Ungarn geschickt, um Orbán zu unterstützen, sondern sich auch selbst für den amtierenden Premier ausgesprochen.

Laut Umfragen aber könnte Orbán verlieren (mehr hier ).

Sollte es tatsächlich so kommen, wäre das wiederum der zweite Rückschlag für europäische Rechtspopulisten innerhalb kurzer Zeit. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat neulich eine Abstimmung über eine von ihren Leuten befürwortete Justizreform verloren. Das war bemerkenswert, denn Italien braucht eigentlich dringend eine Justizreform. Doch Melonis Rechtspopulisten haben den Verdacht provoziert, sie wollten die Justiz unterwerfen. Den meisten, die mitgestimmt haben, war dieses Risiko wohl zu groß.

Natürlich wäre die rechtspopulistische Bewegung auch im Falle einer Niederlage Orbáns international immer noch stark. Gerade wir Deutschen sollten die Erfolge der AfD bei den beiden zurückliegenden Landtagswahlen nicht vergessen.

Sagen wir also so: Sollte Orbán nach 16 Jahren gehen müssen, dürften sich die Rechtspopulisten insgesamt nicht mehr so sicher fühlen, wie sie es zuletzt konnten.


Ist Pakistan wirklich ein guter Vermittler zwischen Iran und den USA?

In Pakistans Hauptstadt Islamabad wollen Vertreter aus Washington und Teheran nach mehr als fünf Wochen Krieg über dessen Ende verhandeln.

US-Delegationsführer JD Vance: Leicht wird das nicht

US-Delegationsführer JD Vance: Leicht wird das nicht

Foto: Erik S. Lesser / EPA

Ob das Treffen überhaupt stattfindet, ist fraglich. Und falls es stattfindet, wird es ganz sicher schwierig werden. Die am Dienstag vereinbarte Waffenruhe wackelt, die Positionen beider Seiten liegen weit auseinander. Streitpunkte sind das iranische Atom- und Raketenprogramm, die Sicherung der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus sowie Israels Vorgehen gegen die mit Iran verbündete ​Hisbollah im Libanon.

Die iranische Delegation soll von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt werden, die US-Delegation von Vizepräsident JD Vance.

Bei solchen Verhandlungen kommt es nicht nur auf die Parteien an, die im Streit miteinander liegen. Entscheidend sind auch das Fingerspitzengefühl und die Integrität der Vermittler (mehr hier ). Haben sie das Vertrauen der Konfliktparteien, sind sie neutral genug? Oder verfolgen sie eigene Interessen?

Die Welt kann nur hoffen, dass die pakistanischen Vermittler ihre Sache gut machen. Denn dieser Krieg ist nicht nur aus ökonomischen Gründen gefährlich.

Pakistan gewinnt durch die Vermittlerrolle international an Prestige. Die dortigen Organisatoren bemühen sich auch sehr, das Treffen abzusichern. Doch die pakistanische Regierung hat jetzt schon Vertrauen verloren. Die USA sind ja nicht alleinige Kriegspartei, sondern kämpfen gemeinsam mit Israel. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif aber hat nun auf der Plattform X Israel als »Fluch für die Menschheit« bezeichnet. Der israelische Premier Benjamin Netanyahu zeigte sich daraufhin empört.

Auch wenn Israel erst mal nicht am Verhandlungstisch vertreten sein wird – im Geiste ist Netanyahus Regierung natürlich doch dabei.

Ein gelungener Auftakt von Verhandlungen sieht anders aus.


Iranische Opposition in Deutschland auf der Straße

Da wir schon beim Thema sind: Heute werden in Deutschland mehrere Demonstrationen stattfinden, die ein Ende der Mullah-Diktatur in Iran fordern. Tatsächlich ist bei allem Entsetzen über die Kriegsführung Trumps und Netanyahus in den Hintergrund getreten, wie sehr große Teile der iranischen Bevölkerung unter ihrer Führung leiden.

Iranische Regimegegner in Deutschland: Die Lage hat sich verschlechtert

Iranische Regimegegner in Deutschland: Die Lage hat sich verschlechtert

Foto: Olaf Schuelke / IMAGO

In den ersten Stunden des Krieges hatte es kurz so ausgesehen, als wolle Trump mit seinem Krieg den iranischen Regimegegnern helfen. Als er aber vor einigen Tagen mit der Auslöschung der iranischen Zivilisation drohte, zeigte sich, dass die Regimegegner in ihm keinen echten Verbündeten haben.

Insgesamt hat sich die Lage der Opposition durch den Krieg noch einmal verschlechtert.

Trumps Truppen ist es zwar gelungen, Ajatollah Ali Khamenei, den obersten Führer Irans, zu töten, doch das Regime hat sich als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen.


»Splash Down confirmed«: Nun ist die Crew der Mondmission Artemis 2 wieder sicher auf der Erde angekommen

»Splash Down confirmed«: Nun ist die Crew der Mondmission Artemis 2 wieder sicher auf der Erde angekommen

Foto: Bill Ingalls / AP

Mondmission erfolgreich beendet – Artemis-2-Crew landet im Pazifik

Hitzeschild, Fallschirme, zum Schluss eine Landung im Wasser: In der Nacht endete die Reise zum Mond der Artemis-2. Die vier Astronauten sind nach zehn Tagen im All sicher zurück auf der Erde. Es ist das glückliche Ende einer historischen Mission, die die Menschheit so weit ins All geführt hat wie nie zuvor. Alle Entwicklungen, Reaktionen und Bilder sehen Sie hier.


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Verlierer des Tages…

…ist der russische Präsident Wladimir Putin. Er hat angekündigt, im Krieg gegen die Ukraine die Waffen für insgesamt 32 Stunden ruhen zu lassen. Grund ist das orthodoxe Osterfest an diesem Wochenende.

Putin beim orthodoxen Osterfest 2023 in Moskau: Hier die fromme Geste, dort das Töten

Putin beim orthodoxen Osterfest 2023 in Moskau: Hier die fromme Geste, dort das Töten

Foto: Sergei Karpukhin / ITAR-TASS / IMAGO

Eine Waffenruhe wäre zwar begrüßenswert, aber letztlich ist Putins Vorstoß durchschaubar: Putin will wohl vermeiden, als Schlächter dazustehen, der sich an einem hohen Feiertag einem Blutrausch hingibt. Doch eigentlich zeigt seine Entscheidung nur sein scheinheiliges Verhalten.

Putin gibt sich als gläubiger orthodoxer Christ. Wer aber religiös ist, lässt sich von seinen Glaubensätzen nicht nur an Feiertagen leiten, sondern in gewisser Weise auch sonst. Natürlich muss ein Politiker zuallererst die Interessen seines Landes vertreten und es nicht zu weit treiben mit der Religiosität, sonst würde er es auf Erden nicht weit bringen. Aber bei Putin fallen Schein und Sein allzu eklatant auseinander: hier die fromme Geste, dort das massenhafte Töten.

Es ist übrigens nicht nur Putins Widerspruch, sondern auch der des Vorstehers der russisch-orthodoxen Kirche: Patriarch Kirill I. unterstützt Putin und dessen Krieg.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Klingbeil pocht trotz Absage des Kanzlers auf Markteingriffe: Wie können die Verbraucher von hohen Kraftstoffpreisen entlastet werden? Bundesfinanzminister Lars Klingbeil verlangt staatliche Eingriffe wie eine Übergewinnsteuer. Der Koalitionspartner CDU lehnt solche Maßnahmen ab.

  • Kamala Harris denkt über Kandidatur zur US-Präsidentschaftswahl 2028 nach: Versucht sie es noch einmal? Die Demokratin Kamala Harris verlor 2024 die Präsidentschaftswahlen in den USA gegen Donald Trump. Jetzt deutet sie eine erneute Kandidatur an.

  • Haus von OpenAI-Chef Sam Altman mit Molotowcocktail beworfen: In San Francisco wurde das Eingangstor des Techmilliardärs Sam Altman angegriffen und in Brand gesetzt. Die Polizei geht von einer gezielten Aktion gegen den OpenAI-Chef aus. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.


Heute bei SPIEGEL Extra: »Das wirklich Schlimme ist die Schadenfreude in Deutschland«

Eine Moderatorin beim Dubai World Cup, einem der exklusivsten Pferderennen der Welt

Eine Moderatorin beim Dubai World Cup, einem der exklusivsten Pferderennen der Welt

Foto:

Martin von den Driesch / DER SPIEGEL

Raketen? Drohnen? Champagner! Unser Reporter war in Dubai und hat deutsche Auswanderer gefragt, wie es ihnen geht mit so einem Krieg direkt nebenan .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre Susanne Beyer, Autorin der Chefredaktion