Pegida-Demo: Staatsanwaltschaft leitet Verfahren ein - DER SPIEGEL
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Aussagen zu Lübcke-Mord Staatsanwaltschaft leitet Verfahren gegen Pegida-Demonstranten ein

Bei einer Pegida-Demo äußerten sich Demonstranten diffamierend über den Lübcke-Mord. Nun hat die Staatsanwaltschaft Dresden ein Verfahren gegen unbekannt eingeleitet - wegen der Billigung von Straftaten.
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Einigen Demonstranten einer Pegida-Demo drohen möglicherweise rechtliche Konsequenzen. Gegenüber dem ARD-Magazin "Kontraste" hatten sie sich am Montag bei der Veranstaltung des fremdenfeindlichen Bündnisses zum Mordfall Walter Lübcke geäußert - und damit für Entsetzen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat nun ein Verfahren gegen unbekannt wegen Billigung von Straftaten eingeleitet.

Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase, dem "Tagesspiegel" . Es werde geprüft, ob noch weitere Straftatbestände in Frage kommen. Als Beispiel nannte er Volksverhetzung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener.

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In dem Beitrag  des ARD-Magazins relativieren die Demonstranten den Mord an CDU-Politiker Lübcke. Ein Demonstrant sagte etwa, im Vergleich zur linksextremen Gefahr sei ein Mord, "alle zwei, drei Jahre, aus irgendwelchen Hass-Gründen, relativ normal". Ein anderer sagte, es handle sich ja "eigentlich bald" um eine "menschliche Reaktion". Denn: "Wie es in den Wald hinein gerufen wird, so schallt's wieder raus." Ein anderer Demonstrant sagte: "Ich sehe den Herrn Lübcke als Volksverräter".

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Der Anfang Juni mutmaßlich von einem Neonazi erschossene Lübcke hatte 2015 während der Flüchtlingskrise gesagt, wer die Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne ja auch als Deutscher Deutschland jederzeit verlassen - dafür war er in der Folge aus der rechten Szene bedroht worden. Auch das Mordmotiv soll in diesen Äußerungen liegen. Unter Verdacht steht der 45-jährige Stephan Ernst aus Kassel. Ernst hatte nach Angaben des Generalbundesanwalts Peter Frank zunächst gestanden, Lübcke getötet zu haben; später widerrief er sein Geständnis.

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Politiker zeigten sich nach den Äußerungen der Demonstranten empört. Der sächsische Vizeministerpräsident Martin Dulig (SPD) forderte laut "Tagesspiegel" einen Prüfbericht "zur potenziellen Verfassungswidrigkeit von Pegida" vom Landesamt für Verfassungsschutz.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet schrieb  bei Twitter: "In was für Zeiten leben wir, in denen vor laufender Kamera offen ein Mord gutgeheißen wird?" Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz meinte  auf Twitter zu der Kurzversion des "Kontraste"-Beitrags: "Eine Minute, in der es einem kalt den Rücken runterläuft."

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach twitterte : "Die Pegida Leute können einem wirklich Angst machen. Menschen, die über einen ermordeten demokratischen Politiker wie Lübcke schadenfroh Spott absondern, sind zu allem fähig."

mfh/AFP