CDU-Generalsekretär in der Kritik "Ich bin Peter Tauber, ich bin ein Mensch"
CDU-Generalsekretär Tauber
Foto: Gregor Fischer/ dpaPeter Tauber hat es derzeit nicht leicht. Eine angebliche Beleidigung von Parteimitgliedern holt den CDU-Generalsekretär dieser Tage ein, hinzu kommen eine Sexismus-Debatte im Berliner Landesverband - und Berichte über Mobbingvorwürfe in seinem Wahlkreis. Zu dieser Affäre hat sich der Politiker nun erstmals ausführlicher geäußert.
In dem Fall geht es um ein zehn Jahre altes Mobbing-Drehbuch der CDU im Main-Kinzig-Kreis namens "Operation Kaninchenjagd". Ziel soll es damals gewesen sein, Kreisgeschäftsführerin Anne Höhne-Weigl aus dem Amt zu drängen. Beim Parteitag im hessischen Bruchköbel sagte Tauber nun laut "FAZ" , er habe das Schreiben nicht verfasst - es aber gekannt, so wie viele andere auch. Es sei ein Fehler gewesen, nichts dagegen unternommen zu haben. Das tue ihm leid.
"Ich bin Peter Tauber, ich bin ein Mensch, ich mache Fehler", sagte Tauber laut "Süddeutscher Zeitung" . Demnach war er Kreisvorsitzender, als 2006 die neunseitigen "Pflegehinweise für das Kaninchen" die Runde machten. Der Inhalt des Papiers entspreche nicht den Grundprinzipien christlichen Handelns. Als es entstand, sei er loyal gegenüber einem Freund geblieben. Über ehemalige Mitarbeiter wolle er sich nun aber nicht negativ äußern.
Welche Rolle spielt Tauber in der "Kaninchen-Affäre"?
In dem Schreiben wird den Berichten zufolge etwa empfohlen, Höhne-Weigl mit der Kündigung ihrer Tochter zu drohen, sollte sie nicht freiwillig einen Aufhebungsvertrag unterschreiben; die Tochter arbeitete ebenfalls für die CDU. Weiter heißt es: "Damit das Kaninchen nicht übermütig wird, sollte man ihm das Leben ... schwer machen" - etwa durch ein "Verbot der Nutzung des Internets für private Zwecke und der Ankündigung, den Mail-Verkehr mittels Stichproben zu kontrollieren."
Der Versuch, Geschäftsführerin Höhne-Weigl aus dem Amt zu mobben, scheiterte laut "SZ" letztlich auch deshalb, weil sie das Schreiben in die Hand bekam. Taubers Vorgänger als Kreisvorsitzender, Tom Zeller, hat inzwischen die Verantwortung für die Affäre übernommen - er sagte demnach aber auch, Tauber sei "an den Überlegungen beteiligt" gewesen.
Der Generalsekretär steht auch wegen eines weiteren angeblichen Vorfalls aus der Vergangenheit in der Kritik: In einer parteiinternen Diskussion über die Flüchtlingspolitik soll er im vergangenen November gegen Parteifreunde ausfällig geworden sein. "Wer hier nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen", sagte er laut einem Bericht der "Welt" , die sich auf Aussagen mehrerer Teilnehmer des Treffens beruft.
"Ich weiß noch, dass wir hitzig über die Flüchtlingspolitik diskutiert haben", sagte Tauber demnach nun über die Vorwürfe. "An jedes Wort kann ich mich aber nicht erinnern. Wenn dieser Kraftausdruck gefallen sein sollte, dann tut er mir leid."
Sexismus-Debatte in Berlin
Zuletzt war Tauber zudem in einer parteiinternen Sexismus-Debatte in die Defensive geraten: Die 26-jährige Berliner CDU-Bezirksverordnete Jenna Behrends hatte in einem offenen Brief an ihre Partei über Sexismus berichtet. Die Jurastudentin schrieb, wie Innensenator Frank Henkel sie "süße Maus" nannte, und einen Kollegen fragte: "Fickst du die?" Auch Tauber und Behrends sollen sich nähergekommen sein . "Jenna Behrends und ich haben uns kennengelernt und auch geflirtet", bestätigte der Politiker, "aber es war für mich recht schnell klar, dass es rein freundschaftlich bleibt."
In der Kontroverse über die angeblichen Sprüche seines Parteikollegen Henkel sagte Tauber, eine Auseinandersetzung mit sexistischem Verhalten in Politik und Gesellschaft sei dringend geboten - mit Blick auf den Fall Behrends sagte er: "Geschichten wie diese bekomme ich immer wieder geschildert. Aber ohne Nennung von Namen." Dann sei es schwierig, etwas dagegen zu tun.