Rüdiger Erben: SPD-Innenpolitiker stirbt überraschend mit nur 58 Jahren - DER SPIEGEL
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Sachsen-Anhalt SPD-Innenpolitiker Rüdiger Erben stirbt überraschend mit nur 58 Jahren

Der SPD-Politiker Rüdiger Erben ist tot. Der Innenpolitik-Experte war Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt. Laut einem Bericht hatte er ein gesundheitliches Problem beim Joggen.
Rüdiger Erben im September 2025
Rüdiger Erben im September 2025

Rüdiger Erben im September 2025

Foto:

Christian Schroedter / IMAGO

Der SPD-Politiker und Landtagsabgeordnete Sachen-Anhalts, Rüdiger Erben, ist tot. Er starb überraschend im Alter von 58 Jahren, wie ein Sprecher seiner Landtagsfraktion mitteilte.

Die Ursache für seinen Tod sei »ein akutes Gesundheitsproblem beim Joggen« gewesen, berichtet die »Mitteldeutsche Zeitung« . Der Sprecher der Landtagsfraktion möchte sich auf SPIEGEL-Anfrage nicht zu den Todesumständen äußern.

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Erben war ein Experte für Innenpolitik. Er kümmerte sich besonders um Bundeswehr, Polizei und Feuerwehr. Noch Mitte Januar sprach er sich für eine bessere Löschwasserversorgung in entlegenen Ortsteilen im Harz aus. In der politischen Debatte über Cannabis kämpfte er gegen eine Legalisierung. Diese bezeichnete er in einem Interview mit dem SPIEGEL als »ein Fest für die Organisierte Kriminalität«.

Im vergangenen Jahr setzte er sich etwa für eine systematische Kampfmittelräumung in Sachsen-Anhalt ein, auch um heftige Waldbrände zu verhindern. Außerdem arbeitete Erben im parlamentarischen Untersuchungsausschuss an der Aufarbeitung des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt  im Dezember 2024.

Landrat Erben bei einem Empfang im März 2004

Landrat Erben bei einem Empfang im März 2004

Foto: Köhn / IMAGO

In Sachsen-Anhalt war Erben in der Kommunal- und in der Landespolitik aktiv und erarbeitete sich dabei parteiübergreifend Respekt. Von 2001 bis 2006 leitete er als Landrat den damaligen Landkreis Weißenfels, anschließend war er fünf Jahre Staatssekretär im Innenministerium.

2011 wurde Erben in den Landtag in Magdeburg gewählt, seit 2016 war er Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion. In dieser Funktion arbeiten Politiker eng mit dem Fraktionsvorsitzenden zusammen und bereiten etwa die Plenarsitzungen vor.

Am nächsten Samstag sollte Erben für die Landtagswahl im September aufgestellt werden. Auf der Landesliste der SPD war er für Platz sieben vorgesehen. Wie Erbens Tod die Aufstellung der Kandidaten beeinflusst, ist bisher nicht absehbar.

Parteiübergreifende Bestürzung

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) äußerte sich schockiert über Erbens Tod: »Mit ihm verliert Sachsen-Anhalt einen Menschen, der sich mit ganzer Kraft und voller Leidenschaft für unser Land und seine Bürgerinnen und Bürger engagiert hat.« Er würdigte ihn als »fundierten Innenexperten«, dem die Kommunen immer wichtig gewesen seien.

»Für uns alle ist das unfassbar«, schrieb seine Landtagsfraktion in einer Stellungnahme. »Er wird uns in vielen Bereichen als Freund und Kollege fehlen.« Auch die Fraktionen von CDU, Grünen und Linken drückten in Mitteilungen ihre Bestürzung und ihre Trauer aus.

Neben seiner politischen Arbeit engagierte sich Erben auch ehrenamtlich, unter anderem als Landesvorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Er war verheiratet und hatte zwei erwachsene Söhne sowie Enkelkinder.

Rüdiger Erbens Interview zur Legalisierung von Cannabis lesen Sie hier.

tin/mxw/dpa