Stuttgart 21: Bahn-Chef räumt eigene Fehler ein - DER SPIEGEL
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Stuttgart 21 Bahn-Chef räumt eigene Fehler ein

Im Streit über das Milliardenprojekt Stuttgart 21 gibt sich Bahnchef Grube jetzt ungewöhnlich selbstkritisch: Er habe in der Kommunikation zuletzt "den einen oder anderen Fehler gemacht" - die Schlichtung wolle er auf keinen Fall stören.
Bahn-Chef Grube: "Alles auf den Tisch legen, was wir auf den Tisch legen können"
Bahn-Chef Grube: "Alles auf den Tisch legen, was wir auf den Tisch legen können"

Bahn-Chef Grube: "Alles auf den Tisch legen, was wir auf den Tisch legen können"

Foto: dapd
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Stuttgart 21

Rüdiger Grube

Offenburg - Beim Thema fiel Bahnchef bislang eher durch eine harte Linie auf, etwa als er den Gegnern des umstrittenen Projekts das Widerstandsrecht absprach - aber jetzt mahnt Grube in dem Konflikt zur Zurückhaltung und räumt auch eigene Fehler in der öffentlichen Kommunikation ein: "Wir sollten alles unterlassen, diese Themen weiter zu emotionalisieren", betonte Grube nach einem ersten "Bahngipfel Baden-Württemberg" in Offenburg und fügte hinzu: "Ich habe hier durchaus auch in den letzten Wochen vielleicht den einen oder anderen Fehler gemacht."

Bahn

Heiner Geißler

Er wolle den angelaufenen Schlichtungsprozess "nicht stören durch Äußerungen, die vielleicht missverstanden werden", sagte Grube. Die werde bei vom CDU-Politiker geleiteten Schlichtungsgesprächen "alles auf den Tisch legen, was wir auf den Tisch legen können", kündigte Grube an. Geißler sei ein "ausgesprochen kompetenter und erfahrener Mann".

Geißler stand zuletzt in der Kritik - die FDP und der Städtetag widersprachen dem Schlichter, weil dieser am Wochenende gesagt hatte, die Bürger seien in der Vergangenheit bei dem Milliardenprojekt nicht ausreichend eingebunden gewesen. "Die Schlichtung ist ein deutliches Signal dafür, dass in Deutschland die Zeit der Basta-Entscheidungen vorbei ist", hatte er gesagt.

Dazu sagte Patrick Döring, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion: "Die Beschlüsse zu Stuttgart 21 sind gewiss keine Basta-Entscheidungen". Auch der baden-württembergische Städtetagspräsident Ivo Gönner (SPD) monierte, Geißler erwecke damit den Eindruck, als sei das Verfahren "höchst undemokratisch und unrechtsstaatlich" erfolgt. "Ich halte die Einschätzung nicht für zukunftsfähig", sagte Gönner in Stuttgart.

Stefan Mappus

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident (CDU) räumte am Montag beim "Bahngipfel" Fehler ein. Es sei unbestreitbar, "dass die Kommunikation bei Stuttgart 21 nicht so war, dass man sagen könnte, das kann man nicht noch besser machen". Ihm sei es "ein Anliegen, dass wir die Menschen besser informieren". Der "Bahngipfel" - ein seit langem geplanter Meinungsaustausch zwischen dem Vorstand der Deutschen Bahn AG und der Landesregierung - sei dazu einer von mehreren "Startschüssen".

Die Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21 sollen am kommenden Freitag offiziell beginnen. Bei Stuttgart 21 wird der Hauptbahnhof vom oberirdischen Kopfbahnhof zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umgestaltet. Das Projekt soll nach derzeitigen Kalkulationen 4,1 Milliarden Euro kosten und 2019 fertiggestellt werden.

hen/dapd/dpa