Hannelore Kohl: Gedenken an eine Kanzlergattin
Zehnter Todestag Bewegende Gedenkfeiern für Hannelore Kohl
Ludwigshafen/Speyer - Zehn Jahre ist es her, dass Kanzlergattin Hannelore Kohl mit Schlaftabletten Selbstmord beging. An diesem Dienstag erinnerten Familie und Freunde an die erste Ehefrau Helmut Kohls. Die beiden Söhne Peter und Walter Kohl legten am Grab in Ludwigshafen einen Kranz nieder. "In Erinnerung - Walter und Peter mit Familien" stand auf Schleifen. Hannelore Kohl hatte sich am 5. Juli 2001 im Alter von 68 Jahren das Leben genommen. Als Grund hatte sie in Abschiedsbriefen eine schmerzhafte Lichtallergie angegeben.
Auch Altkanzler Helmut Kohl wollte seiner verstorbenen Frau gedenken. Nach Angaben seines Berliner Büros war vorgesehen, dass der 81-Jährige das Grab der Familie besucht und dort einen großen Blumenstrauß niederlegt. Die CDULudwigshafen gedachte mit einer großen Blumenschale der Toten. Auf einer Schleife stand: "In stillem Gedenken".
Am Dienstagsabend veranstaltete die von Hannelore Kohl gegründete Stiftung für Unfallopfer mit Schäden des zentralen Nervensystems (ZNS) ein Gedenkkonzert in Speyer. Die ZNS veranstaltete in der evangelischen Dreifaltigkeitskirche ein anderthalbstündiges Konzert unter anderem mit dem Kammerorchester der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Den Veranstaltern zufolge kamen rund 900 Gäste.
Der ältere Sohn Hannelore Kohls, Walter, hielt eine Rede. Er sagte: "Unsere Mutter lebt durch meinen Bruder Peter und mich in der nach ihr benannten Stiftung weiter." Helmut Kohl war nicht zu der Veranstaltung gekommen. Er war vor zwei Jahren aus der Stiftung ausgeschieden. Seine beiden Söhne Walter und Peter traten dafür ein. In einem Brief an die Stiftung erklärte Kohl, er würde es nach diesem Generationswechsel für kontraproduktiv halten, an Aktivitäten oder Veranstaltungen der Stiftung teilzunehmen.
Hannelore Kohl, die wegen der Lichtallergie im Dunkeln lebte, hatte vor zehn Jahren im Haus der Familie in Ludwigshafen-Oggersheim eine Überdosis Schlaftabletten genommen. Sie hatte die ZNS-Stiftung 1983 gegründet. Kürzlich war eine Biografie des WDR-Redakteurs Heribert Schwan über Hannelore Kohl erschienen.
Der Altkanzler bezeichnete in einer Erklärung aus seinem Büro "die öffentliche Zurschaustellung und Vermarktung meines Privatlebens durch Dritte (...) als unangemessen".