Was hat das mit mir zu tun? Rüstige Rentner gesucht
Arbeitende Rentnerin (Symbolbild)
Foto: Alistair Berg / Digital Vision / Getty ImagesSpätestens mit Erreichen der Regelaltersgrenze steht für Berufstätige die gesetzliche Rente an. Doch nicht alle Rentner möchten von jetzt auf gleich aufhören zu arbeiten. Für diejenigen, die gern noch in einem sozialversicherungspflichtigen Job weitermachen wollen, hat sich die schwarz-rote Koalition auf die sogenannte Aktivrente geeinigt: Sie erlaubt es, nach dem regulären Renteneintritt als Beschäftigte steuerfrei sozialversicherungspflichtige Einnahmen bis zu 2000 EUR monatlich zu erzielen. Eingeführt werden soll die Aktivrente ab Januar 2026. Die Regelung soll zunächst nur für Arbeitnehmer, nicht für Selbstständige oder Beamte gelten. Sozialabgaben sind auf das steuerfrei hinzuverdiente Geld weiterhin fällig. Der Grundfreibetrag für alle, der 2026 voraussichtlich bei 1029 Euro pro Monat liegen wird, wird nicht angerechnet. Ruheständler dürfen also 2000 Euro mehr im Monat steuerfrei verdienen als normale Arbeitnehmer. Allerdings können Rentner die Aktivrente nicht im vorgezogenen Ruhestand beanspruchen. Die Bundesregierung hofft, mit der Aktivrente den Fachkräftemangel abmildern zu können. Das Finanzministerium schätzt, dass 168.000 Menschen das Angebot nutzen werden. Für die Steuerzahler könnte das Vorhaben jedoch teuer werden. Die Bundesregierung rechnet laut Referentenentwurf mit jährlichen Steuerausfällen von 890 Millionen Euro. Das Institut der Deutschen Wirtschaft beziffert die Mindereinnahmen sogar auf 1,4 Milliarden pro Jahr. Andere Experten verweisen auf weitere mögliche Folgen, etwa einen erhöhten Bedarf bei der Kinderbetreuung, wenn Ruheständler lieber arbeiten gehen, anstatt ihre Enkelkinder zu beaufsichtigen.