SPIEGEL-Politikertreppe Pistorius führt, Baerbock verliert
Um Krieg und Frieden ging es rund um die Europawahl Anfang Juni noch häufiger als in den vergangenen Monaten. Der Fokus auf die Verteidigung hat offenbar den zuständigen Fachminister gestärkt: Boris Pistorius (SPD) gewinnt sieben Prozentpunkte hinzu und belegt erstmals den Spitzenplatz auf der SPIEGEL-Politikertreppe. Er löst dort Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ab.
Bleu, blanc, rumms
Mit seiner Ankündigung, das Parlament aufzulösen, hat Emmanuel Macron eine politische Krise ausgelöst, deren Ausmaß noch nicht abzusehen ist. Seine Präsidentschaft steht vor dem Scheitern. Die Neuwahlen könnten erstmals Rechtsradikale an die Macht bringen.
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Die meisten anderen führenden Köpfe der Berliner Ampelkoalition müssen hingegen Einbußen in der Beliebtheit hinnehmen. Aus dem Kabinett verlieren am stärksten Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne, minus sechs Prozentpunkte), Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne, minus vier), Verkehrsminister Volker Wissing (FDP, minus vier) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD, minus vier). Eine Ausnahme ist SPD-Innenministerin Nancy Faeser, die deutlich zulegt, aber dennoch im unteren Drittel der Rangliste verharrt.
Für die Erhebung, wie sich die Beliebtheit und die Bekanntheit von Politikerinnen und Politikern verändern, hat Verian Deutschland mehr als 1000 Personen telefonisch befragt. Zumindest nach deren Antworten liegen mögliche Kanzlerkandidaten der Union im Ansehen relativ nahe beisammen. CSU-Chef Markus Söder führt zwar noch, verliert aber drei Prozentpunkte. CDU-Chef Friedrich Merz (plus zwei) und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU, plus drei) holen auf. Dabei ist Wüst noch fast jedem dritten Befragten unbekannt, hat also weiteres Potenzial nach oben.
Vier von fünf Befragten halten es für eher oder für sehr wahrscheinlich, dass die AfD nach den drei Landtagswahlen im September an mindestens einer Regierung beteiligt sein wird. Am wenigsten glauben die Anhänger der SPD an dieses Szenario, am häufigsten die Gefolgsleute der AfD selbst.
Sechs von zehn Bürgerinnen und Bürgern sprechen sich dafür aus, die allgemeine Wehrpflicht wieder einzuführen. Dabei ist die Skepsis in den möglicherweise davon betroffenen jungen Altersgruppen am größten. Aufgeschlüsselt nach Parteipräferenzen sind die Anhänger der Union am deutlichsten für die Wehrpflicht, die der Grünen mehrheitlich dagegen.
Differenzen zwischen den Altersgruppen zeigen sich auch bei der umstrittenen Teillegalisierung von Cannabis: Die Jüngeren befürworten die Freigabe überwiegend, die Älteren sind deutlich dagegen. Nach Parteien geordnet, äußerten sich nur Anhänger der Grünen mehrheitlich positiv.