Von Agenda bis Zeri Das Expo-ABC
A wie Agenda 21
: Zieht sich wie ein roter Faden durch alle Themen der Weltausstellung. Das Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert wurde im Juni 1992 auf der Uno-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von 178 Staaten verabschiedet. Die 40 Kapitel nennen Lösungsvorschläge für die weltweiten Probleme wie Umweltverschmutzung, Armut und Bevölkerungswachstum.
B wie Bhutan: Das kleine Königreich im Himalaja präsentiert sich mit einem Lhakhang, einem buddhistischen Tempel. "Bruttoinlandszufriedenheit ist wichtiger als das Bruttoinlandsprodukt", resümiert der König von Bhutan, Jigme Singye, die Philosophie seines Landes.
C wie Chinesische Mauer: Ein Stück der chinesischen Mauer, eingelassen in den Grundstein des chinesischen Pavillons, steht für den Rückblick auf das alte China. Nach der Expo sollen in dem Gebäude ein Chinesisch-Deutsches Zentrum, eine Klinik für traditionelle chinesische Medizin und chinesische Geschäfte einziehen.
D wie Deutscher Pavillon: Sieht er aus wie ein Autohaus oder nicht? Um keinen Pavillon gab es so viele Debatten wie um die Holz-Glas-Konstruktion des Gastgebers. Im Innern gibt es den VW-Käfer, die Lutherkanzel und ein Spacelab zu bewundern. 47 deutsche Persönlichkeiten präsentieren sich als Gipsköpfe.
E wie Expo: Eigentlich ist der Name Expo nichts als eine schlichte Abkürzung - von dem französischen Wort Exposition. Ins Deutsche übersetzt heißt es Ausstellung. Ganz so glücklich sind selbst die Macher über die vier Buchstaben nicht - schließlich beschreibe "Weltausstellung" viel klarer, was in Hannover passiert.
F wie Faust: Das berühmteste Werk Johann Wolfgang von Goethes wird auf der Weltausstellung zum ersten Mal ungekürzt gezeigt. 19 Stunden dauert die Marathon-Inszenierung von Peter Stein mit Bruno Ganz und Corinna Kirchhoff in den Hauptrollen. Der Mephisto ist gleich vierfach besetzt: mit Schauspielern und einem leibhaftigen Pudel.
G wie Gästebuch: Jeder offizielle Gast der Weltausstellung muss sich ins Gästebuch eintragen. Aber nicht irgendwo und irgendwie, hier gelten protokollarische Regeln: Pro Tag und Delegation gibt es eine Seite, kommen zwei wichtige Persönlichkeiten aus einem Land an zwei verschiedenen Tagen, gibt es zwei Seiten.
H wie Hotels: Die Hotels in und um Hannover freuen sich schon seit geraumer Zeit ganz mächtig auf die Expo - und haben ihre Preise teilweise kräftig nach oben geschraubt. Das ging so weit, dass ein Hotel sogar damit Werbung trieb, seine Zimmer auch während der Expo zu sonst üblichen Preis zu vergeben.
I wie In between: Das Kunstprojekt lockt mit einem unterirdischen Bunker, der nur schwimmend erreicht werden kann, einem nostalgischen Riesenrad, das über und unter der Erde fährt und mit einem "Haus für, Menschen und Ratten".
J wie Jingle: Die drei Sekunden Computerklang der Gruppe Kraftwerk, die die Expo-Erkennungsmelodie sein sollen, haben die Expo zwar 400 000 Mark gekostet, durch die Aufregung über die verzerrten Töne war die Weltausstellung jedoch wochenlang in den Schlagzeilen.
K wie Kuba: Wird er kommen oder nicht, und wenn ja, wird er dann mit Gerhard Schröder eine Zigarre qualmen? Die Chancen stehen gut, dass Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro die Expo besuchen wird. Das kommunistische Land präsentiert sich unter dem Motto "Bildung, Cocktails und Zigarrendrehen".
L wie Länderwochen: Bayerische Weißwürste, hessischer Äppelwoi oder westfälischer Sauerbraten? Wer Deutschland kulinarisch erleben will, muss in den Deutschen Pavillon. Dort präsentieren die einzelnen Bundesländer neben Deftigem auch Kultur und Musik.
M wie Motto: Das Motto der Weltausstellung lautet "Mensch - Natur - Technik- eine neue Welt entsteht". Alles, was auf dem Gelände, passiert, soll sich dem unterordnen. Spötter meinen, das Motto sei so weit gefasst, dass man gar nicht daneben liegen könne.
N wie Nationen: Rund 190 Nationen und internationale Organisationen haben ihr Kommen zugesagt. Von A wie Ägypten bis Z wie Zypern. 100 Länder werden sich in den Hallen zeigen, rund 50 bauen einen eigenen Pavillon - darunter das Wüstenfort der Vereinigten Arabischen Emirate, der Papier-Pavillon der Japaner und der nepalesische Ruhe-Tempel neben dem bayerischen Bierzelt.
O wie Ost-Gelände: Das ist der neu erschlossene Teil des Ausstellungsgeländes, auf dem viele europäische Nationen ihre Pavillons gebaut haben. Hier stehen der "Big Mäc" der Holländer, das Labyrinth der Schweiz oder die Blüte der Ungarn. Am Ende wedelt ein riesiger Walfisch mit seiner Flosse - das offizielle Symbol der Expo 2000.
P wie Plaza: Das Herzstück der Weltausstellung ist größer als der Platz vor dem Petersdom in Rom. Hier finden täglich die Paraden der Nationen statt, am Nachmittag gibt es Kulturprogramme. Rund herum stehen der Deutsche Pavillon, der Christus-Pavillon und die Preussag- Arena.
Q wie Q-Tipp: Ob der Techno-DJ Q-Tipp in der Expo-Disco "Fun 2000" seine Platten auflegen wird, ist noch nicht bekannt. Auf jeden Fall können Nachtschwärmer bis morgens auf rund 2300 Quadratmetern zwischen glitzernden Eisbergen tanzen oder einen Cocktail in sonniger Karibik- Atmosphäre trinken.
R wie Religionen: Moscheen, Tempel und Kirchen - auf der Weltausstellung sind alle Religionen der Welt vertreten. Buddhismus und Hinduismus im Pavillon von Bhutan, Nepal und Indien, Modelle der Moscheen von Mekka und Medina im Islampavillon. Christen präsentieren sich im Christus-Pavillon und im Pavillon des Vatikans.
S wie Seilbahn: Die Expo lässt sich auch aufs Dach schauen - mit der Seilbahn. In quietschgelben Gondeln verbindet sie das eine Ende des Geländes mit dem anderen. Die Besucher zahlen für die Nutzung der größten Seilbahn Norddeutschlands fünf Mark.
T wie Twipsy: Die einen halten Twipsy für den Horrortrip eines Spielzeugdesigners, die anderen finden es knuffig. Twipsy ist das Maskottchen der Expo, entworfen von dem spanischen Designer Javier Mariscal.
U wie USA: Sind bei der Weltausstellung zwar nicht dabei, amerikanische Kultur gibt es trotzdem en masse: McDonald's und Coca- Cola sind Produkt-Partner der Expo.
V wie Vereinigte Arabische Emirate: Die Araber haben gleich ein ganzes Wüstenfort mit nach Hannover gebracht. Und für das richtige Feeling von zu Hause tonnenweise heiligen Sand eingeflogen. Die Kamele kommen aus dem Schwarzwald.
W wie Warteschlangen: Wenn tatsächlich 40 Millionen Besucher auf das Expo-Gelände kommen, wird es sie zwangsläufig geben - vor den Nationenpavillons oder an den Eingängen zum Themenpark. Damit es nicht langweilig wird, hat die Expo eigens Schlangenbeschwörer bestellt - ein Kleinkunstprogramm.
X wie XXL: Die Expo in Hannover ist fürwahr XXL. Mit rund 190 teilnehmenden Nationen und internationalen Organisationen ist es die größte Weltausstellung, die es je gab.
Y wie Yacht: Die will Monaco auf die Expo bringen. Das Schiff wird auf einem See rund um den Pavillon vor Anker gehen und gut zu der Präsentation des Landes passen. Fast die komplette monegassische Fürstenfamilie hat ihr Kommen zugesagt.
Z wie Zeri: Steht für Zero Emissions Research Initiative. Sie beschäftigt sich mit der emissionsfreien Produktion - etwa von Bier. Die Abwässer und Rückstände werden in einer Brauerei in Namibia zu Tierfutter weiter verarbeitet.