Wettbewerb für Spitzenköchinnen "Next Queen of Cuisine" dringend gesucht
"Next Queen of Cuisine"-Jury: Spitzenköchinnen gesucht
Foto: Axel Heimken/ dpaHamburg - Gekonnt schwenkt sie die selbst gemachten Tortelli in einer hellen Soße, richtet sie auf einem kleinen weißen Porzellanteller an und verziert sie mit Pecorino-Käse und knusprig gebratenen Speckstückchen. Kathrin Heuser ist "Chef" im Hamburger Restaurant Cucina Cornelia Poletto und damit eine der ganz wenigen Frauen, die in der Spitzengastronomie arbeiten.
Deutschland hat zu wenig Sterneköchinnen. Nur in acht von den insgesamt 274 Sternerestaurants hierzulande steht eine Küchenchefin am Herd. Um mehr weibliche Köche in die Küche zu bringen, hat eine Jury um die Hamburger Starköchin Cornelia Poletto unter 100 Bewerberinnen neun junge, begabte Köchinnen für das Finale des erstmalig stattfindenden Wettbewerbs "Next Queen of Cuisine" ausgewählt.
In der Spitzengastronomie sei es besonders schwierig, Familie und Beruf parallel zu organisieren, erklärte Poletto, die selbst Mutter einer Tochter ist. Viele Frauen seien davon abgeschreckt, in der gehobenen Gastronomie zu arbeiten. Denn dort seien 12- bis 16-Stunden-Tage eher die Regel als die Ausnahme, berichtete die 43-Jährige weiter. Ralf Flinkenflügel, Chefredakteur der Deutschland-Ausgabe des "Guide Michelin" glaubt, dass auch die körperlich anstrengende Arbeit Frauen von den Herden in der Spitzengastronomie vergraule.
"Köchin war immer mein Traumberuf"
"Wir wollen den jungen Frauen zeigen, dass man mit der richtigen Organisation Familie und Küche sehr gut unter einen Hut bekommen kann", sagte TV-Moderatorin Birgit Lechtermann, die die Idee zu dem Köchinnen-Wettbewerb hatte. Bis zum Finale im November werden die neun Finalistinnen in Restaurants in ganz Deutschland und Österreich arbeiten, bei Wettbewerben ihr Können unter Beweis stellen und in Kochshows auftreten. Außerdem sollen sie mit Coachings auf den Beruf als Spitzenköchin vorbereitet werden.
Aber durch was zeichnen sich Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen in der Küche besonders aus? "Michelin"-Chefredakteur Flinkenflügel ist der Meinung, dass Frauen weniger technisch als Männer und dafür gefühlvoller kochen. In der fachlichen Kompetenz gebe es aber keine Unterschiede. Cornelia Poletto will jungen Frauen Mut machen: "Köchin war mein Traumberuf, und er ist es immer noch. Wenn ich es mir heute noch einmal aussuchen würde, würde ich alles wieder ganz genauso machen."
Ihre "Next Queen of Cuisine"-Jurykolleginnen sind unter anderem: Meta Hiltebrand, die mit ihrem eigenen Restaurant Le Chef in Zürich von sich reden macht, Maria Groß vom Gourmetrestaurant Clara im Erfurter Kaisersaal und Young Sun Sarah Henke, "Köchin des Jahres 2013". Zwei Männer vom Fach beteiligen sich auch an der Suche nach der nächsten Küchenkönigin: Stefan Marquard, ehemaliger Sternekoch, und Matthias Diether, Chef de Cuisine im Berliner Gourmetrestaurant First Floor.