Portes du Soleil Skifahren ohne Grenzen
Morgins - Im größten zusammenhängenden Skigebiet Europas - wie Portes du Soleil gerne selbst für sich wirbt - gilt auf rund 650 Kilometern Piste freie Fahrt. Insgesamt 212 Liftanlagen können mit einem Skipass genutzt werden.
Einer der Orte, von dem aus Wintersportler direkten Zugang zu diesem riesigen Skigebiet haben, ist Morgins. Hermann Schwery, 25 Jahre lang Leiter der örtlichen Skischule, sagt zu den Vorteilen seiner Heimat. "Wir liegen mit 1400 Meter über dem Meeresspiegel nicht extrem hoch, also ist es nicht so kalt. Trotzdem haben wir im Winter immer ungewöhnlich viel Schnee."
Morgins, ein kleiner Ort im Kanton Wallis im französischsprachigen Teil der Schweiz, gilt als ausgesprochen familienfreundlich: ein ruhiger Fleck mit Pensionen, Chalets, Ferienappartements und einigen Hotels. Einmal hat Morgins allerdings für Aufsehen gesorgt - mit dem längsten Paar Skier der Welt. Das brachte den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Die 6,45 Metern langen Bretter mit Skibindungen für fünf Personen sind im Tourismusbüro zu bestaunen.
"Les Portes du Soleil" - zu deutsch "Tore zur Sonne" - ist eigentlich der Name eines Bergpasses. Seit 1974 steht er aber auch für eine ganze Skiregion, mit der Schweiz auf der einen und Frankreich auf der anderen Seite. "Wir können das gesamte Gebiet befahren, ohne die Ski von den Füßen abschnallen zu müssen", erklärt die Skilehrerin Monika Broder.
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Wirkliches Können erfordern vor allem die schwarzen, also die schwierigen Pisten. "Vor 'le mur suisse', der Schweizer Mauer, haben die meisten großen Respekt", warnt Monika. Den Grund dafür zeigt ein Blick auf den steilen Abhang: Buckel und Mulden, soweit das Auge reicht, dazwischen die gestürzten Skifahrer, die sich gerade wieder hochrappeln.
Insgesamt gehören sechs Schweizer und acht französische Fremdenverkehrsorte zum Portes-du-Soleil-Verbund. Der bekannteste Ort auf der Schweizer Seite ist Champéry am Fuße der Dents du Midi. Am Ende des Illiez-Tals gelegen, bleibt Champéry vom Durchgangsverkehr verschont. Alte Chalets mit Dächern aus Holzschindeln säumen die Dorfstraße - Schweiz mit französischem Einschlag.
Direkt neben der Eisenbahnstation startet die Kabinenbahn Champéry/Planachaux ins Portes-du-Soleil-Skigebiet. Bei der Rückkehr empfiehlt es sich, nicht die Seilbahn, sondern die leichte Talabfahrt durch den wunderschönen Schneewald zu nehmen.
Wer nach einem langen Wintertag vom Sport genug hat, kann in der "Cantine des Rives" neue Kräfte tanken. Das einfache Berglokal liegt oberhalb des Ortes und bietet einen phantastischen Blick auf das nächtliche Champéry. "Unsere Spezialität ist Raclette à Gogo, also Raclette, so viel sie essen können", erklärt Martial Gay, der Chef des Hauses. Am Holzofen schneidet er immer neue Portionen vom Käse ab und serviert das typisch schweizerische Gericht persönlich. Und die Gäste wähnen sich einen Abend lang in einer Schweiz wie aus dem Bilderbuch.