Klüger werden mit:: Lothar Hemshorn - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Lothar Hemshorn

Der 78-jährige Kaufmann über sein Engagement für hochbegabte Kinder
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL:

Sie fördern überdurchschnittlich intelligente Kinder aus sozial schwachen Familien. Warum?

Hemshorn: Ich bin selbst in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Obwohl ich aufgeweckter war als andere Kinder, hatte ich keine Chance, eine weiterbildende Schule zu besuchen. Das kam für meinen Vater, einen Heizungsmonteur, nicht in Frage. Vom Textilverkäufer habe ich mich dann durchgeboxt, schließlich brachte ich es als Kaufmann und Verleger zu Wohlstand. Damals habe ich mir geschworen: Wenn du es schaffst, dann setzt du dich für Kinder ein, denen es genauso ergeht. Deshalb haben wir die "Lothar & Ingrid Hemshorn Stiftung" gegründet.

SPIEGEL: Sind Sie ein Robin Hood im Kampf gegen das Pisa-Elend?

Hemshorn: Bei uns ist Bildung ja zu einer Sache des Einzelnen geworden, und das Wort Elite ist total verpönt. Dagegen will ich etwas tun.

SPIEGEL: Welche Kinder fördern Sie?

Hemshorn: Voraussetzungen sind, dass die Familie sozial schwach und das Kind herausragend intelligent und leistungswillig ist. Die Stiftung zahlt Schulgelder und Stipendien, und in Einzelfällen wird auch der Familie unter die Arme gegriffen. Mein gesamtes Privatvermögen, und das sind mehrere Millionen Euro, erbt die Stiftung unwiderruflich.

SPIEGEL: Gehen arme Eltern anders mit ihren begabten Kindern um als reiche?

Hemshorn: Ja. Viele wohlhabende Eltern geben mit ihren Kindern an. Arme dagegen ducken sich, aus Angst aufzufallen. Oft sind sie mit der Situation überfordert. Einerseits wollen sie das Beste für ihren Nachwuchs, andererseits würden sie das Geld, das eine Förderung kostet, lieber in ein Auto oder einen Fernseher investieren. In solchen Fällen sind wir auf aufmerksame Lehrer angewiesen, die uns die Kinder vermitteln.