Frankreich brennt – und der feine Herr Präsident vergnügt sich beim motorisierten Wassersport! Überraschend ist es nicht, dass dieses Coverbild der französischen Klatsch-Illustrierten »Paris Match« Empörung ausgelöst hat. Überall die Fotos verzweifelt kämpfender Feuerwehrleute in dichten Rauchschwaden, und hier der aufreizend sorglose Emmanuel Macron auf einem Jetski, dem zweifellos unsympathischsten aller Fortbewegungsmittel: dröhnend laut, explizit prollig und offenbar allein dafür geschaffen, alle Lebewesen zu verschrecken, die das Pech haben, sich in der Nähe aufzuhalten. Macrons Amtszeit neigt sich dem Ende zu, er muss keine Wahl mehr gewinnen, also nimmt sich der Präsident die Freiheit, einfach zu machen, was er will. Es ist der Beginn seines ewigen Urlaubs von der öffentlichen Meinung. kuz
Die Bekämpfung großer Waldbrände in Deutschland hat ein neues Symbol, und es ist nicht das Löschflugzeug. Es ist der altbekannte Güllewagen, für den normalerweise dieses Verkehrsschild gilt, das Fahrzeugen mit »wassergefährdender Ladung« die Durchfahrt verbietet. Doch derselbe Großbehälter, mit dem der Bauer tonnenweise Gülle auf seinen Feldern ausbringt, dient im ländlichen Raum inzwischen zum Herankarren Tausender Liter Löschwasser. fra
Aufgezeichnet
Pegelstände
Niedrigwasser bringt Rheingold zutage
Helena Baumeister / DER SPIEGEL
Gegenstand der Politik
Foto: Karina Hessland / REUTERS
Die Drohne
Als nach Putins Vollinvasion in der Ukraine die ersten Drohnen über Stützpunkten der Bundeswehr gesichtet wurden, gab sich die Bundeswehr nach außen noch wenig erschüttert. Doch insgesamt sind seitdem mehrere Hundert dieser Flugobjekte »im Bereich der Bundeswehr« gemeldet worden. Auch Drohnenschwärme. Wer eine Drohne zivil fliegen will, muss viele Typen nach der EU-Drohnenverordnung beim Luftfahrtbundesamt (LBA) registrieren lassen. Feindliche Mächte tun das natürlich nicht so brav. Stattdessen war die Drohne, die vor Kurzem am Leipziger Flughafen in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs nur durch Zufall von einem Busfahrer entdeckt worden war, mit Plastiksprengstoff und einem Zünder bestückt gewesen. Am Dienstag eröffneten am Flughafen Cochstedt bei Magdeburg Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) ein Forschungszentrum, das Möglichkeiten zur Abwehr der Flugobjekte ausloten soll. Rund zehn Millionen Euro und 40 Arbeitsplätze winken. Was im Eröffnungslächeln der Beteiligten aussehen sollte wie Fortschritt, zeigt in Wahrheit, wie erschreckend wenig systematisch Deutschland bislang über kriegsentscheidende Defensivtechniken nachgedacht hat. ded
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Gut: Die Landtagsfraktion des BSW in Thüringen hat sich entschieden, in der Koalition mit CDU und SPD zu bleiben, trotz des Drucks von Parteigründerin Sahra Wagenknecht, die einen Ausstieg wünscht. Stabilität zählt in diesen Tagen.
Schlecht: Israels Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat zur Menschenjagd aufgerufen: Jede Nacht sollten im Gazastreifen 30 bis 40 Menschen umgebracht werden. In der Geschichte demokratischer Regierungen ist dies einer der abstoßendsten Sätze aller Zeiten.
Landauf, landab
Streng geschützt: Zusammengenommen sind Deutschlands Naturschutzgebiete so groß wie rund vier Millionen Profifußballfelder. Klingt viel, gemessen an der Gesamtfläche sind es aber lediglich 6,6 Prozent, wie Zahlen des Bundesamts für Naturschutz zeigen. Anteilig die größte geschützte Fläche hat das Saarland: Hier sind es 8,9 Prozent. In Hessen und Rheinland-Pfalz, den Schlusslichtern, magere 2 Prozent. Im Schnitt sind die deutschen Naturschutzgebiete rund 300 Hektar groß. Zuletzt sind sie gewachsen, zahlenmäßig, aber auch in der Größe. Je kleiner ein Gebiet, desto stärker wird es von seiner Umgebung beeinflusst, etwa durch Landwirtschaft. kub
Thailand ist das Land mit der höchsten Waffendichte Südostasiens. Auf 100 Bürger kommen 15 Waffen, insgesamt schätzungsweise 10 Millionen. Piyawat Lumlertwittaya, 29, arbeitet in einem Shop in Bangkoks Waffenhandelsviertel. Er stellt das Gewehr zurück in den Schrank: Bis auf Weiteres sind die Genehmigungen zum Waffenkauf ausgesetzt, der Premier kündigte strengere Gesetze an. Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat ein junger Mann an einer Schule das Feuer eröffnet. Anfang August erschoss ein 14-Jähriger an einer weiterführenden Schule außerhalb Bangkoks Lehrer und Mitschüler. mst
Dass humanoide Roboter die Kicktechniken des verstorbenen Kung-Fu-Stars Bruce Lee beherrschen, ist noch kein Ausweis ihrer Alltagstauglichkeit. Die Videos von bodenturnenden Blechmännern des chinesischen Roboterherstellers Unitree sind jedoch beeindruckend. Sie beflügeln die Fantasien in einem überschwänglichen Markt: Robotik gilt als Zukunftsfeld und wird mit Anlegergeld geschwemmt. Am Mittwoch ging Unitree in Shanghai an die Börse. 2025 machte das Unternehmen einen Umsatz von 220 Millionen Euro, am Starttag wurde es mit einem Börsenwert von über 43 Milliarden Euro gehandelt. Die Aktie war 8300-mal überzeichnet. Eingesetzt werden sollen Roboter etwa in der Pflege. Hoffentlich können sie nicht nur zuschlagen, sondern auch behutsam Bettpfannen wechseln. mad
Nachgezählt
11,5
Prozent über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre wird in dieser Saison voraussichtlich die Pflaumen- und Zwetschgenernte liegen. Erwartet wird ein Ertrag von 49.300 Tonnen.
Sie ist auf andere Art umwerfend: Jinny Lu, 6, hat eine einzigartige Hängezunge und faszinierende Glubschaugen. Angeblich haben Hunderetter in Südkorea die Mopsdame einst vor dem Kochtopf bewahrt. Auf verschlungenen Pfaden gelangte sie nach Kalifornien, fand dort eine Heimat, Liebe – und eine Berufung: Zum vierten Mal ist sie jetzt angetreten beim Wettbewerb »Hässlichster Hund der Welt«, der seit nunmehr 50 Jahren ausgetragen wird. Und diesmal konnte Jinny Lu alle Konkurrenz deklassieren. Ihr erster Platz belegt: Es gibt Schöneres als Schönheit.
Prozent der Todesfälle unter US-Piloten entfielen in einer Analyse auf strahlenbedingte Krebserkrankungen. Dieser Anteil war höher als in allen anderen untersuchten Berufsgruppen, einschließlich Kerntechnikern. Flugzeugführer bekommen durch ihren Arbeitsplatz in großer Höhe über Jahre viel Strahlung ab – zu viel.
Was nach einem Rettungsmanöver aussieht, einem Rennfahrer, dessen Motorrad ausbricht und das es einzufangen gilt, ist ein üblicher Vorgang: So gleiten die Pilotinnen und Piloten beim Speedway durch die Kurven. Es ist eine spezielle Form des Motorradsports; Fahrer drehen auf ovalen Strecken ihre Runden. Ein besonderes Merkmal: Die Maschinen haben keine Bremsen. Auch deshalb liegen sie extrem schräg in den Kurven. Das Format existiert seit mehr als 100 Jahren, beliebt ist es unter anderem in Polen und Australien. mon
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