Einmal anstoßen: Sie leben noch! Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen und der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen (l.) haben am Dienstag in einer Bar in Manhattan etwas zu feiern: Der Streit mit US-Präsident Donald Trump um das autonome dänische Gebiet Grönland ist vorerst überstanden. Soeben haben sie mit den USA ein zehnseitiges Sicherheitsabkommen unterzeichnet, laut dem die Amerikaner zwei neue Militärstützpunkte auf der Arktisinsel bauen dürfen. Verglichen mit der Aussicht, dass Trump sich die Insel einfach hatte einverleiben wollen, ist dies eine gute Lösung. Die Dänen behalten ihre Souveränität und die Grönländer ihr Selbstbestimmungsrecht; Trumps Drohgebärden könnten ein Ende haben. Erleichtert, erschöpft, gar etwas gelöst wirken die Unterzeichner. ded
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Gut: Die hohe Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen. In Mecklenburg-Vorpommern stieg sie auf 78,1 Prozent, in Berlin lag sie bei 74,2 Prozent – der dritthöchste Wert seit der Wiedervereinigung. Demokratie lebt von Beteiligung, auch wenn einem die Ergebnisse womöglich nicht gefallen.
Schlecht: Donald Trump hat jetzt seinen eigenen Fernsehkanal. Trump TV läuft in Dauerschleife auf YouTube und der Website des Weißen Hauses. Einordnung, gar kritische? Gibt es nicht. So kennt man es aus Autokratien.
Ob Laptop oder Sofa – wie lange eine Garantie gilt, kann für Kunden entscheidend sein. Genau hier will die EU ab dem 27. September für Transparenz sorgen. Das sogenannte Garan-Label soll künftig anzeigen, für wie viele Jahre die Haltbarkeitsgarantie eines Produkts gültig ist. Das Etikett wird aber nicht überall zu sehen sein: Verpflichtend ist es nur, wenn die Garantie kostenlos ist, für das gesamte Produkt gilt und länger als zwei Jahre läuft. jhg
Das Modische ist politisch. Als Mary Quant den Minirock populär machte, war das ein Statement der Selbstermächtigung: Frauen entscheiden selbst, was sie tragen wollen. Ohne Rücksicht darauf, was Männer denken. Mehr als ein halbes Jahrhundert später ist das aber offenbar noch immer nicht bei allen angekommen. Italiens stellvertretender Ministerpräsident Antonio Tajani, 73, fühlte sich kürzlich bemüßigt, Männern den Rat zu geben, sie sollten sich lieber Frauen »mit etwas längeren Röcken« suchen. Solche Frauen seien »zuverlässiger und ernsthafter«. Man könnte darüber lachen. Aber der Satz fällt in eine Zeit, in der Frauen wieder häufiger vorgeworfen wird, selbst schuld zu sein, wenn sie nachts überfallen werden, weil sie sich auf dem Heimweg nicht extra eine lange Hose und einen weiten Pullover übergezogen haben. Er fällt aber auch in eine Zeit, in der die Modeindustrie, vorneweg die italienische, den Midirock propagiert: Frauen, tragt diesen Herbst wadenlang! Tajani werden also auf den Straßen Roms demnächst lauter »zuverlässige« Frauen begegnen. Vielleicht sollte er sich dennoch Sorgen um sein Land machen: Nach der berühmten »Rocksaumtheorie« des Ökonomen George W. Taylor gehen lange Röcke einher mit wirtschaftlichem Abschwung. and
Aufgezeichnet
Parlamentswahlen in Russland
Putin erhält Glückwunsch-Drohne aus Sachsen-Anhalt
Ein Prosit München feiert mal wieder sein Oktoberfest. Was Bier anbelangt, kann dem Freistaat Bayern auch im Rest des Jahres kein anderes Bundesland Konkurrenz machen: Von den 1415 Braustätten, die in Deutschland 2025 betrieben wurden, befanden sich 588 in Bayern, also mehr als 40 Prozent. Baden-Württemberg landet mit 190 Braustätten deutlich abgeschlagen auf Rang zwei, Schlusslicht ist Bremen mit nur 5 Braustätten. Eine Braustätte ist übrigens oft, aber nicht immer gleichzusetzen mit einer Brauerei: Großbrauereien betreiben teilweise mehrere Braustätten oder vereinen verschiedene Marken mit jeweils eigenen Braustätten unter einem Firmendach. kfr
In Austin, Texas, sind diese Woche erneut Menschen gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE auf die Straße gegangen. Ein ICE-Mitarbeiter soll zuvor einen Lieferfahrer aus Venezuela, Wilbel Rafael Garcés Pérez, angeschossen und dabei schwer verletzt haben. Die Polizei ging unter anderem mit Tränengas gegen die Demonstrierenden vor, wogegen sich dieses Mädchen zu schützen versucht. Noch ist unklar, was den Vorfall ausgelöst hat. Bereits im Juli war ein Migrant aus Mexiko in Houston von einem ICE-Beamten getötet worden. pop
Was wäre die Wiesn ohne schlecht gefüllte Mass Bier und überteuerte halbe Brathendl? Wahrscheinlich nur das halbe Vergnügen. Selbst für Preise von 17,50 Euro gingen im vergangenen Jahr gut 700.000 braun gebrannte Hühnerhälften über den Tresen. Mit ein paar Öfen ist es da nicht getan. Also sind in den Zelten wahre Hendlhöllen aufgebaut, ganze Grillbatterien für das gerupfte Geflügel. Professionelle Flammenwandgrills in Reihe etwa, in denen auf acht Drehspießen bis zu 88 Hühnchen goldbraun ihrem Verzehr entgegenbrutzeln können – an überfüllten Tischen, während nebenan die Menschen auf den Bänken tanzen. Bis zu 30.000 Euro kostet so ein 2,50 Meter hoher und 2 Meter breiter Grill. mad
Nachgezählt
400.000
selbst entwickelte Roboter benötigt der weltgrößte Autohersteller Toyota ab 2028 in den eigenen Werken und Fabriken seiner wichtigsten Zulieferer, schätzt das Unternehmen.
Baird-Tapire wie dieser im Norden Costa Ricas haben starke Kiefer und messerscharfe Zähne. Sie können deswegen etwas, was alle anderen Tiere dort nicht können: die gurkenförmigen Früchte des Jícaro-Danto-Baums knacken und fressen. Deren unverdaulichen Samen verteilen die Tapire danach bei ihren Wanderungen über ihren Kot, so können anderswo neue Bäume heranwachsen. Das Überleben der gefährdeten Pflanzen ist damit fast vollständig von den Tapiren abhängig – deren Population durch den Ausbau landwirtschaftlicher Fläche ebenfalls bedroht ist. gui
Meter im Durchmesser und 43 Meter tief ist ein Krater auf dem Mond, über den nun die Nasa berichtete. Verursacht habe ihn der Einschlag eines Kometen oder Asteroiden im Frühjahr 2024. Der Mond hat keine schützende Atmosphäre wie die Erde; Himmelskörper können deshalb ungebremst auf die Oberfläche knallen.
Quelle: National Aeronautics and Space Administration (Nasa)
DER SPIEGEL 55/2026
Der Club der Organe
Jedes Verdauungsorgan hat seine Aufgabe, zugleich arbeiten sie zusammen. Mediziner erforschen dieses Teamwork und hoffen auf neue Ansätze gegen Krankheiten.
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Kalaripayattu ist eine alte Kampfsportart, die heute noch hauptsächlich in Südindien betrieben wird. Die Kämpfer sind häufig unbewaffnet, manche tragen auch Speere, Stöcke oder Schwerter. Erlaubt sind Tritte und Schläge, oft nach Sprüngen ausgeführt. Kalaripayattu-Krieger wurden im 11. Jahrhundert von Herrschern ausgewählt, um im Kampf gegeneinander anzutreten, um kriegerische Auseinandersetzungen ohne großes Blutvergießen zu entscheiden. aha
Putin erhält Glückwunsch-Drohne aus Sachsen-Anhalt
Leonard Riegel / DER SPIEGEL
Foto: Nuri Vallbona / REUTERS
Foto: Ubert Gastrotechnik
Foto: Michiel van Noppen / Fritz Pölking Preis
Foto:
Manjunath Kiran / AFP
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