Erkennen Sie ihn? Es ist etwas still geworden um Markus Söder. Nur noch spärlich tröpfeln die politischen Vorstöße des fabelhaften Franken (CSU). Mal droht Söder rituell, Bayern werde sich aus dem Länderfinanzausgleich ausklinken, dann fordert er irritierend moderat, die Wochenarbeitszeit um eine Stunde zu erhöhen. Söders politische Bilanz des Jahres 2026 fällt bisher recht mau aus. Zum Valentinstag posierte er nun hinter Produkten der bayerischen Gartenbauverbände. Größere Schlagzeilen macht derweil seine Tochter Gloria-Sophie Burkandt mit ihrer Nähe zum Google-Milliardär Eric Schmidt. Burkandt war bereits vergangenes Jahr aufgefallen, weil sie bei »Deutschlands dümmster Promi« (ProSieben) Helmut Kohl nicht erkannte. Jetzt kann sie sich die Bedienung einer Suchmaschine aus erster Hand erklären lassen. kuz
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Gut: Sahra Wagenknechts BSW zieht vor das Bundesverfassungsgericht, um eine Neuauszählung der Bundestagswahl zu erreichen. Gut, dass Karlsruhe nun Klarheit schaffen muss. Zweifel und Misstrauen sind Gift für die Demokratie.
Schlecht: In Venezuela gibt es vorerst keine Wahlen. Gut einen Monat nach der Entführung von Präsident Nicolás Maduro durch die USA sagte Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, oberste Priorität sei es, Stabilität zu erreichen. Es bleibt erst mal beim undemokratischen Status quo.
Hieroglyphe unserer Zeit
Jojoo64 / Shutterstock
In den langen Jahren des vermeintlich ewigen Friedens waren sie am Straßenrand und vor Brücken leicht zu übersehen, seit 2009 auch gar nicht mehr vorgeschrieben. Wo sie noch stehen, wecken die Schilder heute wieder ungute Ahnungen: Die schwarzen Zahlen auf gelbem Grund geben Auskunft über die Militärische Lastenklasse (MLC), also darüber, wie schwer Panzer und andere Armee-Fahrzeuge sein dürfen, wenn sie hier gefahrlos fahren wollen. kuz
Aufgezeichnet
Verschärfte Einreisebestimmungen für USA-Touristen
»Und ich muss das Foto wirklich posten?« – »Das sind die neuen Regeln.«
Eine Medaille gewinnt man nie nur für sich, man gewinnt sie auch für sein Land. Erst recht bei Olympia, diesem Wettkampf der Nationen. Ungebrochene Freude sollten Athletinnen und Athleten spüren, die Jahre lang darauf hingearbeitet haben, einmal auf dem Podest zu stehen. Doch wie soll das funktionieren, wenn man akut mit seinem Land hadert? Bei den Winterspielen in Italien sind einige US-Athleten zwiegespalten: Ja, sie starten für ihr Land, gewinnen mit ihrer Leistung womöglich Medaillen. Aber vom Vorgehen der Regierung wollen sie sich distanzieren. Der Ski-Freestyler Hunter Hess sagte deshalb: »Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was gerade in den USA passiert.« US-Präsident Trump bezeichnete Hunter prompt als Loser. Als sei es Ausdruck dieser gefährdeten Beziehung, scheinen die Medaillen in diesem Jahr selbst besonders fragil zu sein. Die ersten zerbrachen am Tag ihrer Verleihung beim Feiern: Der dünne Steg, an dem das Band befestigt ist, ist offenbar eine Sollbruchstelle, die verhindern soll, dass man sich mit dem Band stranguliert. »Nicht hüpfen!« empfehlen die Athleten einander nun. Bei zu viel Freude zerbricht sonst der Traum. ded
Landauf, landab
Lange Leine: Seit fast 20 Jahren ist Strafvollzug in Deutschland Sache der Länder. Und so regeln 16 verschiedene Gesetze den Umgang mit Menschen, die inhaftiert sind. Bekannt ist, dass es mancherorts deutlich liberaler zugeht als anderswo. Ablesbar ist das auch am Anteil der Gefangenen im offenen Vollzug, der bedeutet: lange Leine statt verschlossener Zelle, oft Freigang, kaum Gitter. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen den Befund. In NRW genießt jeder vierte Häftling die Vorzüge des offenen Vollzugs, in Hessen kaum jeder zwanzigste. Niedersachsen liegt nah am Bundesschnitt (13 Prozent). Ähnlich wie NRW: die Hauptstadt. sms
Wo werden die meisten außerehelichen Kinder geboren?
Der Moment
Foto: Patricia de Melo Moreira / AFP
Zwei Nonnen lehnen sich aus einem Türfenster. Die Flügeltüren müssen geschlossen bleiben, denn auf der Straße in Alcácer do Sal in Südportugal steht das Hochwasser bis an die Hauswand. Sandsäcke schützen den Eingang. Bei Stürmen sind mehrere Menschen gestorben, Tausende wurden in Sicherheit gebracht. In einigen Hochwassergebieten musste die Präsidentschaftswahl verschoben werden, in anderen reisten Bürger mit Booten zum Wahllokal an. Das Ergebnis aus den übrigen Landesteilen ist eindeutig: Der linke Kandidat António José Seguro hat die Stichwahl gewonnen. ost
Prozent beträgt der aktuelle Füllstand der deutschen Gasspeicher. Die Grünen warnen vor Knappheit, die Bundesnetzagentur setzt auf zusätzliches Flüssigerdgas. Das käme vor allem aus den USA.
Man kann die jüngere Wirtschaftsgeschichte dieses Landes an den Hochöfen Duisburgs erzählen. In den Fünfzigerjahren zählte die kreisfreie Stadt noch zu den reichsten in Deutschland, heute ist sie die Großstadt mit der höchsten Armutsgefährdungsquote. In der Spitze standen dort fünf dieser Hochofen-Monster, mittlerweile betreiben die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) dort noch zwei, die jährlich 4,2 Millionen Tonnen Stahl produzieren. Nun ist geplant, dass der Wettbewerber Salzgitter AG die HKM-Anteile von Thyssenkrupp Steel übernimmt. Die alten Hochöfen sollen einem kleineren Elektrolichtbogenofen weichen. Die moderne Anlage soll dann bis zu 2,5 Millionen Tonnen grünen Stahl pro Jahr herstellen. mad
Euro netto betrug das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen der Halter von E-Autos im vergangenen Jahr; es war 23 Prozent höher als das aller Autobesitzer. Zum Vergleich: Halter von Benzin-Pkw lebten in Haushalten, die im Durchschnitt 3199 Euro verdienten.
Beim Stichwort »Nachtfalter« denken viele Menschen wohl an die mitunter lästigen, meist grau-braunen Tiere, die sich gern in Gardinen verfangen – aber nicht an ein so putziges Insekt, wie es Laurent Hesemans fotografiert hat. Es ist ein Männchen aus der Familie der »Echten Spinner«, von denen es weltweit etwa 350 Arten gibt. »Die Tiere wirken wegen ihrer großen Augen und den herabhängenden Fühlern immer etwas melancholisch«, sagt Hesemans, der mit seinem in Costa Rica gemachten Bild nun beim Wettbewerb »Close-up Photographer of the Year« gewann. GUI
Die Ursprünge dieses Sports liegen im Mittelalter. Mönche schlugen im Kloster den Ball auf das Schrägdach über dem Kreuzgang; schon damals ging es um Punkte. Heute wird Kaatsen vor allem in der niederländischen Provinz Friesland gespielt: zwei Mannschaften mit jeweils drei Spielern, ein Spielfeld, das in Zonen unterteilt ist, dazu ein Ball, 24 Gramm schwer, gefüllt mit Kalbshaar. Es gilt, den Ball mit der Hand so zu schlagen, dass der Gegner ihn nicht präzise retournieren kann. Kaats heißt der Holzklotz, der die Stelle markiert, wo der Ball landet. hgo
»Und ich muss das Foto wirklich posten?« – »Das sind die neuen Regeln.«
Leonard Riegel
Foto: Emmanuele Ciancaglini / Getty Images
Foto: Patricia de Melo Moreira / AFP
Elektrohochofen
Foto:
Sylvio Dittrich / imageBROKER / picture alliance
Foto: Laurent Hesemans / CUPOTY
Foto:
ANP / IMAGO
Mehrfachnutzung erkannt
Die gleichzeitige Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt.
Sie können SPIEGEL+ auf diesem Gerät weiterlesen oder sich , um Ihr Abo auf einem anderen Gerät zu nutzen.