Aussortierter Fußballprofi Entscheidung im Fall Derdiyok fällt im Hauptverfahren
Fußballer Derdiyok: Gericht sieht Beschwerde des Profis als gerechtfertigt an
Foto: Johannes Simon/ Bongarts/Getty ImagesHamburg - Eren Derdiyok darf vorerst weiter nicht mit der Profimannschaft von 1899 Hoffenheim trainieren. Der Vorsitzende Richter Lothar Jordan vom Arbeitsgericht Mannheim-Heidelberg erklärte, der Fall sei "keine Sache für ein Eilverfahren".
Stattdessen soll die Klage des Angreifers, der von Trainer Markus Gisdol in die sogenannte Trainingsgruppe zwei abgeschoben worden war, in einem Hauptsacheverfahren behandelt werden. Als Termin wurde der 12. September festgesetzt. Die Beschwerde des Profis sei inhaltlich gerechtfertigt.
Zuvor hatte das Gericht die Parteien zu einem Vergleich aufgefordert. Der Profi solle abwechselnd in der Trainingsgruppe zwei und der Gruppe eins von Cheftrainer Gisdol trainieren. Per einstweiliger Verfügung hatte der Schweizer Profi erwirken wollen, dass er ab sofort wieder mit der ersten Mannschaft des Bundesligisten trainieren darf.
Bei der Anhörung kam heraus, dass ein Wechsel Derdiyoks für eine Leihgebühr von 500.000 Euro zu Hannover 96, Juventus Turin oder Bursaspor möglich gewesen wäre. Laut den Hoffenheimern habe der 25 Jahre alte Angreifer aber ein zu hohes Gehalt gefordert. Zudem hätte er einen Wechsel nach Italien abgelehnt.
Bei 1899 sind außer Derdiyok noch weitere Profis wie Tobias Weis, Tim Wiese und Matthieu Delpierre vom Training mit der ersten Mannschaft ausgeschlossen. Spielergewerkschafts-Vizepräsident Christoph Metzelder hatte den Verein für sein Verhalten kritisiert. "Beide Seiten haben einen Vertrag unterschrieben, an den sich der Arbeitgeber nicht hält. Es war klar, dass Spieler versuchen werden, sich einzuklagen", sagte Metzelder.