Die Bundeswehr auf dem Weg in den Krieg Ernstfall für Deutschland
Wobei es noch erheblichen Aufkärungsbedarf bei der Frage gibt, ob sich die Deutschen nicht ein wenig zu sehr zum Einsatz an der Anti-Terror-Front gedrängt haben. Nur wer mitschießt, so das militärische Kalkül in Berlin, kann auch mit entscheiden - oder sich zumindest einbilden, er werde gefragt in Sachen Strategie und Taktik. In jenem Krieg der Welten, der auch nach der Einnahme von Masar-i-Scharif durch die Nordallianz noch lange nicht gewonnen ist.
Die uneingeschränkte Solidarität mit den USA führt direkt in die Berliner Koalitionskrise. Denn ausgerechnet die Friedensbewegten von einst sollen deutschen Soldaten den Marschbefehl geben. Während der Kanzler noch um seine eigene Mehrheit bangen muss, steht die Bundeswehr für einen potenziellen Einsatz bereit. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Armee systematisch für Auslandeinsätze in den Krisenregionen dieser Welt gerüstet.
Seither waren deutsche Soldaten bei Nato- oder Uno-Operationen unter anderem in Somalia, Kambodscha, Bosnien und im Kosovo mit dabei. Doch die Rolle als Hilfssheriff hat ihren Preis. Galt schon für die bisherigen Interventionen, dass die Grenze zwischen "friedenserhaltenden Maßnahmen" und richtigem Krieg nicht immer genau zu ziehen ist, so würde ein Einsatz in Afghanistan Risiken und Gefahren bergen, deren Ausmaß noch gar nicht abzuschätzen ist.
SPIEGEL TV über ehemalige Pazifisten unterm Stahlhelm und die Entwicklung der Bundeswehr zur internationalen Krisen-Interventionstruppe.
KOALITIONSKRISE
Laufen Abgeordnete von SPD und Grünen zur PDS über?
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BUNDESWEHR
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