Therapie in der Gefängnisklinik Eickelborn: "Ich wünschte, ich wäre nie geboren" - DER SPIEGEL
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Therapie in der Gefängnisklinik Eickelborn "Ich wünschte, ich wäre nie geboren"

Eickelborn in Ost-Westfalen ist Deutschlands größte Klinik für seelisch kranke Kriminelle. Hinter Plexiglaswänden und Stacheldraht, streng abgeschottet von der Öffentlichkeit, sitzen hier 370 Gewalttäter: psychisch schwerstgestörte Mörder, Kinderschänder oder Brandstifter.
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Jetzt wird um das weitläufige Gelände ein zweiter, acht Meter hoher Zaun gezogen. Wachleute patrouillieren vorm vergitterten Freihof, wenn die Insassen Freistunde haben. Nie wieder soll sich wiederholen, was 1994 in dem kleinen Ort für lähmendes Entsetzen sorgte: Damals war ein so genannter Freigänger geflüchtet, hatte ein siebenjähriges Mädchen aus dem Ort vergewaltigt und anschließend ermordet.

Im Gegensatz zu einem normalen Gefängnis werden Straftäter in Eickelborn zwangstherapiert, immer wieder mit ihrer Tat konfrontiert und müssen die Grundregeln des sozialen Miteinanders erlernen. Dieser Prozess dauert oft Jahre, und keiner der Insassen hier weiß, wann er Eickelborn wieder verlassen darf.

Von vornherein begrenzte Strafen gibt es nicht; über den Entlassungstermin entscheiden allein Gutachter, Ärzte und Therapeuten.

SPIEGEL TV-Autor Michael Grotenhoff hatte die Gelegenheit, in Eickelborn auch auf Station 31 zu drehen, dem Gebäude mit der höchsten Sicherheitsstufe. Hier sprach er mit Tätern und Pflegern, beobachtete Therapiesitzungen und Freigänger beim Ausgang und erlebte, wie schwer es den Insassen fällt, sich mit ihren Taten auseinander zu setzen.


FORENSISCHE PSYCHIATRIE IN EICKELBORN


Mörder und Kinderschänder an einem Tisch


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GEWALTVERBRECHER IN DER FORENSISCHEN PSYCHIATRIE

"Scheinheilige Diskussion"

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MASSREGELVOLLZUG


Schuld und Sühne bei Bewusstseinsausfall


Schuldunfähige Straftäter mit schweren psychischen Störungen oder extremen Suchtkrankheiten werden in Deutschland im Maßregelvollzug untergebracht. Hinter Schloss und Riegel sollen die Gesetzesbrecher therapiert werden und ein Bewusstsein für die Schwere ihrer Tat entwickeln. mehr...





DIE ANGST DER BÜRGER VON EICKELBORN


Ein tückisches Virus


Die Bewohner von Eickelborn haben Angst. Seit zwei Mädchen aus der Umgebung von Freigängern der forensischen Psychiatrie vergewaltigt und getötet wurden, ist in dem kleinen Ort bei Lippstadt alles anders. Die Wut richtet sich vor allem gegen Ärzte und Psychologen, denen man vorwirft, auf Grund eklatanter Fehleinschätzungen der Patienten die tragischen Ereignisse der Neunziger Jahre provoziert zu haben. mehr...