Eine Flucht und zwei Tote Der Fall Werner Weinhold
Der Fall wurde zum Politikum zwischen den beiden deutschen Staaten. Die DDR beharrte auf der Auslieferung des Fahnenflüchtigen und boykottierte lange Zeit die Strafverfolgung in der Bundesrepublik. Dort wurde Weinhold zunächst freigesprochen und erst im Dezember 1978 wegen Totschlags zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Auf eine Anklage wegen Mordes verzichtete die Staatsanwaltschaft damals, aus Angst, Weinhold werde wegen unzureichender Beweislage erneut freigesprochen. Aus den inzwischen freigegebenen Akten der Militärstaatsanwaltschaft und des Staatssicherheitsdienstes der DDR ergibt sich heute allerdings ein anderes Bild.
SPIEGEL TV Autor Henry Köhler hat diesen wohl einmaligen Fall
deutsch-deutscher Rechtsgeschichte rekonstruiert, konnte Einblick nehmen
in die Ermittlungsakten von Ost und West und befragte Zeitzeugen aus den
damals zwei deutschen Staaten.
WERNER WEINHOLDS WEG IN DEN WESTEN
Republikflucht mit blutigem Ende
In der Nähe von Harras im thüringischen Kreis Hildburghausen überwand NVA-Deserteur Werner Weinhold 1975 die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten. Dass er auf seinem Weg in den Westen zwei seiner Kameraden töten würde, hat der Fahnenflüchtige vermutlich nicht geahnt. mehr...
DEUTSCHLAND
"Wir finden dich überall"
Von Mordplänen der Staatssicherheit war die frühere DDR-Staats- und Parteispitze informiert. Der einst allmächtige Geheimdienst unter Minister Erich Mielke traktierte vor allem Überläufer aus SED, Volksarmee und Stasi mit Attentatsdrohungen. Einige seien, berichten ostdeutsche Ex-Agenten, in die Tat umgesetzt worden. mehr...
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Gerichtsreportage über einen Prozess gegen vier Berliner Mauerschützen: "Heim mit weißen Handschuhen"
- Überall Schafe: DDR-Raubmord bleibt im Westen aus Mangel an Beweisen ungesühnt
DER SPIEGEL
"Die Augen feucht vor Wut"
Die SED-Propaganda widmete 25 Soldaten und Polizisten der ostdeutschen Grenztruppen einen Personenkult ohnegleichen. Sie wurden postum befördert, ihre Särge mit höchsten Auszeichnungen wie dem "Kampforden für Verdienste um Volk und Vaterland in Gold" verziert. Fast 300 Brigaden, Schulen, Einheiten der Zivilverteidigung und der Massenorganisationen trugen Namen von Grenzern, "die in Ausübung ihres Ehrendienstes für das sozialistische Vaterland meuchlings ermordet wurden". mehr...