Nachtasyl: Hamburgs "Pik As" - DER SPIEGEL
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Nachtasyl Hamburgs "Pik As"

Auf Hamburgs Straßen leben nach Schätzungen der Sozialbehörde mehr als 1280 Wohnungslose - die Dunkelziffer ist etwa viermal so hoch. Im "Pik As", der größten Obdachlosenherberge der Stadt, finden Menschen ohne Bleibe vorübergehend Zuflucht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Vor 90 Jahren gegründet, ist das "Pik As" auch Deutschlands älteste Anlaufstelle für unfreiwillig Wohnungslose und überzeugte Verweigerer jeder Art von Sesshaftigkeit. Mit geringer Personalstärke und knappen Mitteln versucht man hier, sozial Gestrauchelten eine menschenwürdige Übernachtungsmöglichkeit zu bieten, mitten in einer der reichsten Städte Europas.

In dem vierstöckigen Backsteinbau in Hamburgs Neustadt leben Gestrandte jeder Art und mit den unterschiedlichsten Problemen: Obdachlose und Drogensüchtige, psychisch Kranke und Alkoholiker. Bis zu 250 Menschen verteilen sich hier auf 62 spärlich eingerichtete Räume. Nur die wenigsten Besucher bleiben länger als ein, zwei Nächte - nach etwas Ruhe und einem Plausch im Fernsehraum des "Piko" ziehen sie unverdrossen weiter.


DAS HAMBURGER WINTERNOTPROGRAMM

Organisierter Kampf gegen die Kälte

Die Wintermonate mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind für viele Obdachlose die schlimmste Zeit des Jahres. Immer wieder erfrieren Menschen auf der Straße, in provisorischen Behausungen oder ungeheizten Gebäuden. In Hamburg hat die Behörde für Soziales und Familie schon 1992 ein so genanntes Winternotprogramm für obdachlose Menschen ins Leben gerufen. mehr...


BAHNHOFSMISSION

"Wir sind keine Kaffeetanten"


Es gibt sie noch, die gute, alte Bahnhofsmission. Die Zeiten, als man in muffigen Hinterzimmern Pfefferminztee trank und zwischen hilfsbedürftigen Senioren und Primeltöpfen auf den nächsten Zug wartete, sind allerdings längst vorbei. mehr...





EIN PLATZ FÜR WOHNUNGSLOSE FRAUEN


Die "Kemenate" in Hamburg

Rund 22 Prozent der Obdachlosen in Hamburg sind weiblichen Geschlechts. Die fünf Mitarbeiterinnen des Vereins "Kemenate Frauen Wohnen" helfen und begleiten seit zehn Jahren wohnungslose Frauen, die auf der Straße und in Notunterkünften leben. Die Beraterinnen organisieren wichtige Behördengänge, besorgen verloren gegangene Unterlagen und unterstützen die Suche nach einer Wohnung. Um die täglich bis zu 30 hilfesuchenden Frauen für das Leben auf der Straße auch bei Kälte ausrüsten zu können, braucht die "Kemenate" Geld. Von Seife, Handtüchern und Handschuhen bis zur Isomatte und Wolldecke wird alles benötigt. Aus Sachspenden ist ein kleiner Teil abzudecken. Viele Dinge müssen gekauft werden.

Kemenate Frauen Wohnen e.V.
Charlottenstraße 30
20257 Hamburg
Tel.: 040 430 49 59

ANLAUFSTELLE FÜR STRAßENKINDER

Kids e.V.
KIDS (Kinder in der Szene)
Beratungsstelle für minderjährige Frauen und Männer
Hachmannplatz 2
20099 Hamburg
Tel.: 040 280 16 06