Jumbos der Meere: Die Zukunft der Schifffahrt - DER SPIEGEL
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Jumbos der Meere Die Zukunft der Schifffahrt

Auch in der Schifffahrt scheint das Gesetz zu gelten, dass es immer noch eine Steigerung gibt. Gerade lässt Hapag-Lloyd neue Containerschiffe der Superklasse mit 320 Metern Länge und einer Tragfähigkeit von 7500 Containern auf Kiel legen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Aber schon jetzt steht fest, dass derart große Schiffe die Elbe voll beladen kaum herauffahren werden. Ihr Tiefgang ist zu groß. Liegt die Lösung dann vielleicht nicht in der Größe, sondern in der Steigerung der Geschwindigkeit? Im Bereich der Frachtschifffahrt arbeitet eine niederländische Firma an einem Schiff, bei dem ein Luftkissen unter dem Rumpf die Reibung drastisch vermindert. Angetrieben werden soll diese Boeing der Meere von Propellern die halb mit Wasser, halb mit Luft arbeiten. Schließlich könnte auch das gute alte Segel im Zeichen zunehmender Kraftstoffpreise eine neue Renaissance erleben. In Indonesien kreuzen bereits mehr als ein Dutzend mit Segel ausgerüsteter Frachter durch die Gewässer.

Was bleibt, ist die Sicherheitsfrage. Wie werden sich die neuen Giganten verhalten, wenn sie der entfesselten Wut von Orkanen und Riesenwellen ausgesetzt sind? Mit aufwendigen Computerprogrammen simulieren Wissenschaftler alle nur erdenklichen Belastungssituationen. In der Erprobung sind auch so genannte "Expertensysteme", die auf der Brücke helfen, Kollisionen zu verhindern. Computergestützte Verkehrsleitsysteme gleichen land- und seegestützte Daten laufend miteinander ab und machen den ständig zunehmenden Schiffsverkehr sicherer. Doch wo sind die Grenzen der Schifffahrt? Sind weit ausgelagerte Tiefwasserhäfen wie etwa der vor Wilhelmshaven geplante Containerport die Zukunft? Haben die europäischen Werften noch eine Chance gegen die Konkurrenz aus Korea? Stehen alte Probleme wie die Kavitation, jene von der Drehung der Schiffsschraube verursachten kalten Wasserdampfblasen, die treibstofffressend und korrodierend wirken, vor der Lösung? Wie sehen die Schiffe der Zukunft aus, wie ihre Besatzungen?

SPIEGEL TV Special zeigt die neuesten Entwicklungen und ihre Grenzen auf. Zu Wort kommen Wissenschaftler, internationale Logistik- und Schifffahrtsexperten und die Männer, die an Bord, auf den Werften und auf den Seeterminals arbeiten.


ANTRIEBSTECHNIK

Risikofaktor Kavitation

Bewegt sich eine Schiffsschraube mit hoher Geschwindigkeit, kommt es zur so genannten Kavitation: Hinter dem Propeller bildet sich ein Hohlsog, in dem der Druck so niedrig wird, dass das umgebende Wasser verdampft, wobei kleine Gasbläschen entstehen. Kommen diese dann in Regionen niederer Drücke, implodieren sie. Durch den Zusammenfall der Kavitationsblasen entstehen Verwirbelungen, die zur starken Vibrationen an der Schiffsschraube führen, das Fortkommen hemmen und unkontrollierte Richtungsänderungen herbeiführen. Der Effekt verursacht einen erhöhten Treibstoffverbrauch und kann zu erheblichen Materialschäden führen. Im schlimmsten Fall platzt der Propeller.


CONTAINERSCHIFFE

Die "Hamburg Express" der Hapag Lloyd

Länge: 320 Meter
Breite: 43 Meter
Tragfähigkeit: 100.000 Tonnen
Kapazität: 7500 Standardcontainer
in max. 16 Lagen
Leistung: 68.640 kW , mehr als 93.000 PS
Geschwindigkeit: 25 Knoten, über 50 km/h
Propellerdurchmesser: 9,1 Meter
Propellergewicht: 100 Tonnen
Bau: Hyundai Heavy Industries
in Ulsan/Korea
Bauzeit: 8 Monate

Der JadeWeserPort Wilhelmshaven in Zahlen

Gesamtkosten: 783 Mio. Euro
Davon: 305 Mio. Euro für Suprastruktur,
Flächenbefestigung für Terminal,
Kräne, Geräte, Gebäude, IT

178 Mio. Euro für die
Terminal- bezogene Infrastruktur
266 Mio. Euro für die
Flächenaufspülung (420 ha = 55 Mio.
Kubikmeter Sand)

34 Mio. Euro für die landseitige
Infrastruktur
Planfeststellung: 2002 - 2004
Bauzeit: 2004 - 2008
Kajenlänge: 1725 m
Aufgespülte Fläche: 420 ha
Wassertiefe: 18 m
Wendebecken: 700 m
Kranauslage: 22 Reihen
Länge der Schiffe: 420 m
Terminaltiefe ab Kaikante: 750 m

Die "Hamburg Express" der Hapag Lloyd


Mit einer Kapazität für 7500 Containern gehört die "Hamburg Express" der Reederei Hapag Lloyd zu den größten Containerschiffen der Welt. Getauft wurde das gigantische Frachtschiff im November 2001 am Hamburger Burchardkai. Lydia Schrempp, Ehefrau des DaimlerChrysler- Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp, ließ die obligate Flasche Champagner am Flaggschiff der Reederei zerschellen. Der Autokonzern gehört seit vielen Jahren zu den Großkunden von Hapag-Lloyd. Die "Hamburg Express" auf einen Blick:




SCHIFFAHRT

Neue Technik zur Vermeidung von Kollisionen kommt erst 2003


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AIS steht für "Automatic Identification System" und ist ein automatisches Schiffsidentifizierungssystem. Per AIS geben Schiffe ihre Position, den Kurs und die Geschwindigkeit an andere Schiffe, Landstationen und Verkehrszentralen an der Küste weiter. Der automatische Datenaustausch soll Kollisionen vermeiden und maßgeblich zur Verbesserung der Verkehrs- und Schiffssicherheit beitragen. Verantwortlich für die Sicherheit auf den Bundeswasserstraßen ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), die dem Ressort des Bundesministeriums für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen angehört. Die WSV baut die erforderliche Infrastruktur für AIS und wird das AIS-Küstennetz betreiben. Seit Juli 2002 gilt für die internationalen Schifffahrt die so genannte Ausrüstungspflicht mit dem neuen System. Bis 2008 soll der größte Teil der Weltflotte mit AIS-Geräten ausgestattet sein.







GEFÄHRLICHER SEEGANG

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WELLENFORSCHUNG

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KATASTROPHEN

"Ich spürte den Atem Gottes"


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FEHLINVESTITION ODER TRAGFÄHIGE ZUKUNFTSVISION?

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DIE "SOVEREIGN MAERSK"

Gigant der Meere


Im September 1999 lief das größte Containerschiff der Welt zur Inspektion in den Hamburger Hafen ein. Mit fast 350 Meter Länge, 75.000 PS und einer Ladekapazität von 6600 Containern zählt die "Sovereign Maersk" zu den Giganten der internationalen Schifffahrt. mehr...