Jumbos der Meere Die Zukunft der Schifffahrt
Aber schon jetzt steht fest, dass derart große Schiffe die Elbe voll beladen kaum herauffahren werden. Ihr Tiefgang ist zu groß. Liegt die Lösung dann vielleicht nicht in der Größe, sondern in der Steigerung der Geschwindigkeit? Im Bereich der Frachtschifffahrt arbeitet eine niederländische Firma an einem Schiff, bei dem ein Luftkissen unter dem Rumpf die Reibung drastisch vermindert. Angetrieben werden soll diese Boeing der Meere von Propellern die halb mit Wasser, halb mit Luft arbeiten. Schließlich könnte auch das gute alte Segel im Zeichen zunehmender Kraftstoffpreise eine neue Renaissance erleben. In Indonesien kreuzen bereits mehr als ein Dutzend mit Segel ausgerüsteter Frachter durch die Gewässer.
- Schifffahrt:Große Schiffe - tiefer Hafen
- Bericht der Bundesregierung zur maritimen Sicherheit auf der Ostsee
- Bundesministerium für Verkehr-, Bau-:und Wohnungswesen zur Schiffssicherheit
- Germanischer Lloyd
- Hafen von Rotterdam
- Blohm und Voss in Hamburg
- Institut für Schiffssicherheit
- Hapag Lloyd Container Line
- JadeWeserPort Entwicklungsgesellschaft
- Hovercraft-Museum
- Wie ein Luftkissenboot funktioniert (engl.)
- Website der Reederei Maersk
- Meyer Werft Papenburg
- Die "Greenpeace"-Schiffe
- Der Untergang der Viermastbark "Pamir"
- Technische Daten der "Pamir"
Was bleibt, ist die Sicherheitsfrage. Wie werden sich die neuen Giganten verhalten, wenn sie der entfesselten Wut von Orkanen und Riesenwellen ausgesetzt sind? Mit aufwendigen Computerprogrammen simulieren Wissenschaftler alle nur erdenklichen Belastungssituationen. In der Erprobung sind auch so genannte "Expertensysteme", die auf der Brücke helfen, Kollisionen zu verhindern. Computergestützte Verkehrsleitsysteme gleichen land- und seegestützte Daten laufend miteinander ab und machen den ständig zunehmenden Schiffsverkehr sicherer. Doch wo sind die Grenzen der Schifffahrt? Sind weit ausgelagerte Tiefwasserhäfen wie etwa der vor Wilhelmshaven geplante Containerport die Zukunft? Haben die europäischen Werften noch eine Chance gegen die Konkurrenz aus Korea? Stehen alte Probleme wie die Kavitation, jene von der Drehung der Schiffsschraube verursachten kalten Wasserdampfblasen, die treibstofffressend und korrodierend wirken, vor der Lösung? Wie sehen die Schiffe der Zukunft aus, wie ihre Besatzungen?
SPIEGEL TV Special zeigt die neuesten Entwicklungen und ihre Grenzen auf.
Zu Wort kommen Wissenschaftler, internationale Logistik- und
Schifffahrtsexperten und die Männer, die an Bord, auf den Werften und auf
den Seeterminals arbeiten.
ANTRIEBSTECHNIK
Risikofaktor Kavitation
Bewegt sich eine Schiffsschraube mit hoher Geschwindigkeit, kommt es zur so genannten Kavitation: Hinter dem Propeller bildet sich ein Hohlsog, in dem der Druck so niedrig wird, dass das umgebende Wasser verdampft, wobei kleine Gasbläschen entstehen. Kommen diese dann in Regionen niederer Drücke, implodieren sie. Durch den Zusammenfall der Kavitationsblasen entstehen Verwirbelungen, die zur starken Vibrationen an der Schiffsschraube führen, das Fortkommen hemmen und unkontrollierte Richtungsänderungen herbeiführen. Der Effekt verursacht einen erhöhten Treibstoffverbrauch und kann zu erheblichen Materialschäden führen. Im schlimmsten Fall platzt der Propeller.
CONTAINERSCHIFFE
Die "Hamburg Express" der Hapag Lloyd
| Länge: | 320 Meter |
|---|---|
| Breite: | 43 Meter |
| Tragfähigkeit: | 100.000 Tonnen |
| Kapazität: | 7500 Standardcontainer in max. 16 Lagen |
| Leistung: | 68.640 kW , mehr als 93.000 PS |
| Geschwindigkeit: | 25 Knoten, über 50 km/h |
| Propellerdurchmesser: | 9,1 Meter |
| Propellergewicht: | 100 Tonnen |
| Bau: | Hyundai Heavy Industries in Ulsan/Korea |
| Bauzeit: | 8 Monate |
Der JadeWeserPort Wilhelmshaven in Zahlen
| Gesamtkosten: | 783 Mio. Euro |
|---|---|
| Davon: | 305 Mio. Euro für Suprastruktur, Flächenbefestigung für Terminal, Kräne, Geräte, Gebäude, IT |
| 178 Mio. Euro für die Terminal- bezogene Infrastruktur |
|
| 266 Mio. Euro für die Flächenaufspülung (420 ha = 55 Mio. Kubikmeter Sand) | |
| 34 Mio. Euro für die landseitige Infrastruktur |
|
| Planfeststellung: | 2002 - 2004 |
| Bauzeit: | 2004 - 2008 |
| Kajenlänge: | 1725 m |
| Aufgespülte Fläche: | 420 ha |
| Wassertiefe: | 18 m |
| Wendebecken: | 700 m |
| Kranauslage: | 22 Reihen |
| Länge der Schiffe: | 420 m |
| Terminaltiefe ab Kaikante: | 750 m |
Die "Hamburg Express" der Hapag Lloyd
Mit einer Kapazität für 7500 Containern gehört die "Hamburg Express" der Reederei Hapag Lloyd zu den größten Containerschiffen der Welt. Getauft wurde das gigantische Frachtschiff im November 2001 am Hamburger Burchardkai. Lydia Schrempp, Ehefrau des DaimlerChrysler- Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp, ließ die obligate Flasche Champagner am Flaggschiff der Reederei zerschellen. Der Autokonzern gehört seit vielen Jahren zu den Großkunden von Hapag-Lloyd. Die "Hamburg Express" auf einen Blick:
SCHIFFAHRT
Neue Technik zur Vermeidung von Kollisionen kommt erst 2003
Seit Jahren gilt die Kadetrinne als gefährliches Fahrwasser. Entschärft wurde die unfallträchtige Wasserstraße nicht. Erst ab 2003 dürfte der Seeverkehr sicherer werden. mehr...
AIS steht für "Automatic Identification System" und ist ein automatisches Schiffsidentifizierungssystem. Per AIS geben Schiffe ihre Position, den Kurs und die Geschwindigkeit an andere Schiffe, Landstationen und Verkehrszentralen an der Küste weiter. Der automatische Datenaustausch soll Kollisionen vermeiden und maßgeblich zur Verbesserung der Verkehrs- und Schiffssicherheit beitragen. Verantwortlich für die Sicherheit auf den Bundeswasserstraßen ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), die dem Ressort des Bundesministeriums für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen angehört. Die WSV baut die erforderliche Infrastruktur für AIS und wird das AIS-Küstennetz betreiben. Seit Juli 2002 gilt für die internationalen Schifffahrt die so genannte Ausrüstungspflicht mit dem neuen System. Bis 2008 soll der größte Teil der Weltflotte mit AIS-Geräten ausgestattet sein.
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Das Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen
- Bericht der Bundesregierung zur maritimen Sicherheit auf der Ostsee
GEFÄHRLICHER SEEGANG
Wellenmessen in der zweiten Generation
"WaMoS" klingt wie der spanische Schlachtruf zum Aufbruch ans Meer - und das hat seinen Grund. Mit dem "Wave Monitoring System II" hat die Firma Oceanwaves ein Instrument entworfen, das bei der Erforschung von gefährlichen Riesenwogen und ihrer Entstehung hervorragende Dienste leisten kann. Betreiber von Ölplattformen hoffen schon jetzt auf mehr Sicherheit im Offshore-Bereich. mehr...
WELLENFORSCHUNG
Eine von Zehntausend ist ein "Freak"
Im GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht studieren Forscher Ozeanwellen und ihre Dynamik, um der Entstehung von Riesenwellen auf die Spur zu kommen. Trotz neuer Messverfahren und alltagstauglicher Technologien gehört die Warnung vor gigantisch hohen Einzelwellen jedoch noch lange nicht zum Vorhersage-Standard. mehr...
KATASTROPHEN
"Ich spürte den Atem Gottes"
Im Südatlantik traf eine 35 Meter hohe Riesenwelle die MS "Bremen". Nur knapp entging das Kreuzfahrtschiff dem Untergang. Der Horrortörn Ende Februar bestätigt alarmierende Befunde von Marineforschern: Der Ozean gebiert Berge aus Wasser mit gewaltiger Zerstörungskraft. mehr...
FEHLINVESTITION ODER TRAGFÄHIGE ZUKUNFTSVISION?
Der "Jade-Weser-Port" in Wilhelmshaven
Fast überall auf der Welt wird vermehrt in den Bau großer Häfen investiert. Knapp 60 Tiefwasser-Projekte gibt es zurzeit, eines davon ist der Bau des "Jade-Weser-Port" in Wilhelmshaven. Der geplante Tiefwasser-Hafen ist umstritten, zumal die Frachtraten seit 2000 ohnehin rückläufig sind. Zwar wird der neue Hafen Schiffen mit großem Tiefgang eine Anlaufmöglichkeit in der Deutschen Bucht bieten. Weil er aber ein reiner Transithafen wäre, müsste zusätzlich Geld in die Anbindung an das Straßen-, Eisenbahn- und Binnenschiffahrtsnetz gesteckt werden. Schon jetzt gestaltet es sich schwierig, für das über 780 Millionen Euro teure Vorhaben private Investoren zu finden. Das ehrgeizige Projekt in Zahlen:
DIE "SOVEREIGN MAERSK"
Gigant der Meere
Im September 1999 lief das größte Containerschiff der Welt zur Inspektion in den Hamburger Hafen ein. Mit fast 350 Meter Länge, 75.000 PS und einer Ladekapazität von 6600 Containern zählt die "Sovereign Maersk" zu den Giganten der internationalen Schifffahrt. mehr...