Der Wettlauf um den Kampfjet des 21. Jahrhunderts Testpiloten am Limit
Zum ersten Mal war es einem Fernsehteam gestattet in den berühmten Skunk-Werken zu drehen, wo Lockheed die Spionageflugzeuge U2 und SR-71 Blackbird entwickelte. Konkurrent Boeing erlaubte Dreharbeiten in den ebenso geheimen Phantom-Werken.
Das Ergebnis ist ein faszinierender Einblick in die Welt der Testfliegerei, ein Blick hinter die Kulissen des Wettbewerbs um den wahrscheinlich lukrativsten Geschäftsabschluss der Flugzeugindustrie, der dem Gewinner eine Garantiesumme von 200 Milliarden Dollar einbringt.
Der F-35 JSF von Lockheed Martin
Im Oktober 2001 fiel die Entscheidung in einem der größten Rüstungsprojekte aller Zeiten: Lockheed Martin konnte sich mit seinem Prototypen für den Joint Strike Fighter gegen den Konkurrenten Boeing durchsetzen und erhielt den Auftrag zum Bau von Amerikas modernstem Kampfjet.
Der so genannte Joint Strike Fighter (JSF) soll als Allzweck-Kampflugzeug in drei Teilstreitkräften der US-Armee zum Einsatz kommen, bei der US Air Force, der US Navy und bei den US Marines. Ab 2008 sollen nach Planungen des Pentagons 3000 dieser zum Teil senkrecht landenden Flugzeuge in Dienst gestellt werden. 2000 weitere Exemplare sind für den Export an Bündnispartner geplant, die Auslieferung wird voraussichtlich jedoch nicht vor 2015 stattfinden.
Der Überschallflieger soll nach Aussage des Herstellers eine stärkere Beschleunigung und größere Wendigkeit haben als alle heutigen Kampfjets. Durch seine Form und Oberflächenbeschichtung besitzt der JSF überdies Tarnkappeneigenschaften, die dafür sorgen, dass er von feindlichen Radarsystemen nur schwer erfasst werden kann. Allerdings muss der JSF dazu seine Waffen in seinem Inneren mit sich führen. Ist bei einem Einsatz die Tarneigenschaft nicht unbedingt notwendig, lassen sich Bomben und Raketen aber auch an der Unterseite der Tragflächen befestigen.
Mit Bordradar und empfindlichen Infrarotsensoren kann der JSF aus allen Richtungen eintreffende Wärmestrahlung registrieren. Dadurch lassen sich unter anderem anfliegende Raketen sicher erkennen, so dass rechtzeitig die entsprechenden Abwehrmaßnahmen eingeleitet werden können.
F-35 Joint Strike Fighter
| Länge | rund 14 Meter |
| Flügelspannweite | rund 11 Meter |
| Leergewicht | 10,5 Tonnen |
| mitgeführter Treibstoff | 6,8 Tonnen |
| mitgeführte Waffensysteme | 4,5 Tonnen |
| Geschwindigkeit | Überschall |
| Einsatzradius | über 1100 Kilometer |
| Besatzung | ein Pilot |
| Variante F-35A | konventioneller Start und Landung |
| Variante F-35B | kurzer Start, senkrechte Landung |
| Variante F-36C | Modell für Flugzeugträger |
Eine vertikale Schubdüse ermöglicht einigen Modellen ein Schweben und senkrechtes Landen. Gleichzeitig wird durch diese Technik auch die erforderliche Länge der Startbahn deutlich verkürzt. Beides ist beispielsweise für den Einsatz auf Flugzeugträgern von großer Bedeutung und erweitert die Einsatzmöglichkeiten des JSF erheblich.
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