Koreanische Mayak Gyeran: Eier so gut, dass sie abhängig machen?
Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGELKochen ohne Kohle Koreanische »Drogeneier« – so lecker, dass sie abhängig machen
Vor Kurzem war ich im Urlaub in den Niederlanden und, oh Mann, war das mein Ding. Nette Menschen, internationales Publikum, überraschend viele asiatische Restaurants und ein zugegeben katastrophal und idiotisch umgesetzter , aber dennoch irgendwie halbwegs liberaler Umgang mit Rauschmitteln? Ein Urlaubstraum für vom Leben gezeichnete Millennials, die Angst vor der Zukunft haben .
Zurück in Deutschland muss ich auf andere Genüsse zurückgreifen, die Ampelregierung hat ihre Pläne zur Legalisierung von Cannabis schließlich bislang eher verschleppt. Statt weicher Drogen gibt es zu Hause also wachsweiche Drogeneier. Das Rezept und der markige Name stammen aus Südkorea, wo Mayak Gyeran (übersetzt etwa: unerlaubte Drogeneier) seit einigen Jahren als Beilage fester Bestandteil von großen Familienessen sind.
Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:
Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.
Teure Spezialgeräte sind tabu.
Nun sind nicht wirklich Drogen im Rezept enthalten. Der Name ist eher eine sehr extreme Bezeichnung dafür, wie lecker die Eier sind. Es ist unmöglich, nur eines zu essen – weshalb ich heute eher mit zwei bis drei pro Person rechne.
Aufwendig ist das Ganze trotzdem nicht. Die Eier werden nach sehr kurzer Vorbereitungszeit einfach für einige Stunden oder über Nacht in einer herzhaften und gleichzeitig leicht süßen Marinade aus Sojasoße, Sesam und Honig eingelegt. Ein gutes Rezept also, um am Sonntagabend schon das Mittagessen für die nächsten Tage vorzubereiten. Oder in der Mittagspause das Abendessen.
Das benötigt man für zwei Personen
Ingwer eignet sich ebenfalls gut für die Marinade, ebenso Gewürze wie Anis und Nelken
Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL4-6 Eier
80 ml Sojasoße
160 ml Wasser
1 Lauchzwiebel oder Schalotte
1-2 Zehen Knoblauch
2 EL Honig (oder anderes Süßungsmittel, etwa Zucker, Reis- oder Rübensirup)
2 EL gerösteter Sesam und/oder Sesamöl
Chili oder Chilisoße nach Belieben
Was kostet das? Selbst mit den teuersten Bioeiern bin ich bei etwa 2,20 pro Person gelandet.
Wie lange dauert das? Etwa 15 Minuten für die Vorbereitung, danach mindestens zwei Stunden, besser jedoch eine Nacht zum Marinieren.
So macht man koreanische Mayak-Eier
Zuerst eine Schüssel mit Eiswasser vorbereiten. Je kälter das Abschreckwasser, desto leichter lassen sich später die Eier schälen. Also am besten schon vor dem Kochen ein paar Eiswürfel in kaltes Wasser legen und die Schale in den Gefrierschrank stellen.
Eier der Größe L für genau sieben Minuten in kochendes Wasser geben, bei Größe M reichen sechseinhalb Minuten. Wer die Eier vor dem Kochen auf Zimmertemperatur erwärmt, verringert das Risiko, dass sie im Topf aufplatzen.
Gar es ohne Bares!
Sebastian MaasPreisabfragezeitpunkt
17.10.2026 08.35 Uhr
Keine Gewähr
Währenddessen die Zwiebel(n) und den Knoblauch grob hacken und mit den anderen Zutaten vermischen – am besten in einer verschließbaren Dose, dann kann man die Eier später ohne große Sauerei in der Marinade wenden. Nach der Kochzeit also die fertigen Eier eine Minute im Eiswasser abschrecken, anschließend vorsichtig schälen und in die Dose geben.
Falls die Marinade die Eier nicht komplett bedeckt, hilft ein kleiner Trick: einfach ein Küchenpapier oben in die Dose legen. Das saugt die Marinade nach oben und sorgt so dafür, dass keine hellen Flecken an den Eiern zurückbleiben. Wer kein Küchenpapier im Essen will, wendet die Eier (oder die ganze Dose) einfach hin und wieder. Oder akzeptiert, dass sie ein paar helle Flecken haben.
Nun kommt die wichtigste Zutat: Geduld. Denn am besten schmecken Mayak-Eier, wenn sie mindestens eine Nacht durchziehen konnten. Sie halten sich im Kühlschrank bis zu drei Tage und werden dann immer intensiver. Wer auf Entzug ist, kann aber schon nach zwei Stunden Wartezeit zuschlagen.
Zu den Eiern passt frisch gekochter oder bereits erkalteter Reis. Alternativ machen sie sich hervorragend als Topping auf Ramen-Suppen oder ostasiatischem Gurkensalat. Oder, richtig Deutsch, auf dem Brötchen.
Wer experimentieren möchte, kann auch andere Gewürze mit in die Marinade geben. Sternanis zum Beispiel passt sehr gut – nicht nur im Winter.
Das Chiliöl aus dem oben verlinkten chinesischen Nudelrezept passt auch super zu den Eiern
Foto:Sebastian Maas / DER SPIEGEL
Die übrige Marinade kann man als Soße zu Reis und den Eiern essen. Oder, falls mehr übrig bleibt: als Dip zu Frühlingsrollen und Dumplings reichen; zu scharf angebratenem Fleisch, Tofu oder Gemüse in den Wok oder die Pfanne geben; oder als Grundlage für (ebenfalls koreanische) Sesam-Honig-Knoblauch-Kartoffeln verwenden.
Ich wünsche Ihnen guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen!
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