Günstiger fürs Portemonnaie, besser für die Umwelt: Erbsen- statt Avocadotoast
Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGELKochen ohne Kohle Vergessen Sie Avocado, hier kommt Erbsentoast – für 1,80 Euro
Die Boomer-Weisheit , dass junge Menschen nur hin und wieder auf das Avocadobrot und den To-go-Kaffee verzichten müssten, um sich ein Haus leisten zu können, ist spätestens seit der Preisexplosion von Baumaterial und Grundstückskosten wohl nachhaltig widerlegt.
Trotzdem kann es sich lohnen, Avocados von der Einkaufsliste zu streichen. Nicht nur, weil man immer mindestens zwei kaufen muss, um eine zu essen – da die andere bereits verdorben ist, bevor man zu Hause ankommt. Sondern auch, weil Avocados einen sagenhaft hohen Wasserverbrauch haben. Ihr Anbau verursacht ausgetrocknete Wasserquellen, illegal gerodete Urwälder und brutale Verteilungskämpfe zwischen Kartellen. Der Starkoch John Paul McMahon nannte die Beere im SPIEGEL-Interview den »Blutdiamanten Mexikos«.
Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:
Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.
Teure Spezialgeräte sind tabu.
Uff, das passt irgendwie nicht zum oft grünen Selbstverständnis vieler Avocado-Fans. Doch es gibt eine Alternative, die man mit einem heimischen Superfood herstellen kann: der grünen Erbse. Die enthält auch in der tiefgefrorenen Variante jede Menge Proteine, Ballaststoffe und Vitamine. Und zum Preis einer Avocado bekommt man locker ein Kilo Erbsen. Daraus sind deutlich mehr Mahlzeiten gemacht.
Heute gibt es also eine Art Erbsen-Guacamole auf Toast, ein sommerlich-frisches Gericht, in nur zehn Minuten gemacht. Man kann es mit einem Spiegelei und gekauftem oder selbst gemachtem Chiliöl aufpeppen (wie man das herstellt, habe ich bei meinem Rezept für Biang Biang Noodles gezeigt).
Da man Erbsen im Tiefkühler aufbewahren und von dort in gerade mal fünf Minuten fertig kochen kann, eignen sie sich für einen schnellen Snack, der zum Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot schmeckt. Weil Erbsen deutlich weniger Fett als Avocados enthalten, kann man für die Cremigkeit etwas Frischkäse oder Öl hinzugeben, Kalorienbewusstere nehmen Quark oder Hüttenkäse. Die Creme taugt auch als Dip für Nachos, Beilage zum Fisch oder, mit etwas Nudelwasser versetzt, als Pastasoße.
Das benötigt man für eine Portion Erbsentoast:
Wer es vegan halten will, lässt das Ei weg und ersetzt den Frischkäse durch eine vegane Alternative, etwa aus Hafer oder Soja
Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL150 bis 200 g tiefgefrorene Erbsen
2 Scheiben Brot
1-2 EL Frischkäse (alternativ Hüttenkäse oder Quark)
1 Zehe Knoblauch
1 TL getrocknete Kräuter (ich nehme Dill und Minze)
Öl, Salz, Pfeffer
Optional: 2 Eier und etwas Chiliöl
Außerdem einen Pürierstab oder etwas zum Stampfen, etwa einen Stößel oder Kartoffelstampfer.
Wie lange dauert das? 10 bis 15 Minuten
Was kostet das? Unter 2 Euro, ich kam auf etwa 1,80 Euro mit Bioeiern
Gar es ohne Bares!
Sebastian MaasPreisabfragezeitpunkt
17.10.2026 08.39 Uhr
Keine Gewähr
So einfach macht man Erbsen-Guacamole auf Toast
Die Tiefkühlerbsen in kochendes Salzwasser geben und vier bis fünf Minuten ziehen lassen. Ich koche das Wasser im Wasserkocher vor, dann geht es noch schneller.
Das Wasser abgießen. Die gekochten Erbsen mit den Kräutern und dem Frischkäse im Topf pürieren oder zerstampfen – so fein oder grob, wie man möchte.
Den Knoblauch entweder hineinpressen (wenn man die Creme stampft) oder einfach mitpürieren.
Eine Pfanne sehr heiß werden lassen, dann einen guten Schluck Öl hineingeben und die Eier darin braten, ohne sie zu bewegen. Etwas von dem heißen Öl mit einem Löffel auffangen und über die Eier gießen. Wenn die Ränder knusprig sind, ist das Ei fertig.
Das perfekte Spiegelei: Einfach in der Pfanne in Ruhe lassen
Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGELDie Creme entweder feist mit einem Löffel aufs Brot schmieren oder in einen Plastikbeutel umfüllen, die Ecke abschneiden und in fancy Bahnen auf dem Brot verteilen.
Die Eier darauflegen, mit etwas Chiliöl, Salz und Pfeffer würzen und genießen.
Wer das Rezept abwandeln möchte, kann mit Chilis oder Tomaten in der Creme experimentieren, Limetten-/Zitronensaft hinzufügen oder statt der Eier etwas Halloumi anbraten und einen Schuss Honig darüber geben.
Außerdem kann es sich lohnen, gleich mehr von der Creme vorzubereiten als die eine Portion: Sie hält sich im Kühlschrank ein paar Tage und bietet »Mealpreppern« somit einen einfachen Weg, sich zwischendurch ein paar leckere Nährstoffe zu genehmigen. Man sollte die Creme nur in einem verschließbaren Glas oder eine Dose aufbewahren, damit sie nicht austrocknet.
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